Welcher Sender welche Fußballspiele überträgt, wird ja mittlerweile von Ex-Lottofee Karin Tietze-Ludwig (84) ausgelost. Zumindest fühlt es sich danach an. Und so landete das Bayern-Spiel in Köln gestern unerwartet beim RTL. Das lag daran, dass RTL Sky kaufen will. Deshalb gibt es jetzt schon Deals, wie Grönland-Donald bestimmt sagen würde. Wir beantworten die legendäre Karnevals-Frage der Höhner: Wie war Colonia?
Das Jedöns: RTL hat die neuartige Aufgabenverteilung des Vor-dem-Spiel-Experten und des Nach-dem-Spiel-Experten erfunden. Das war lobenswert, so schafft man Arbeitsplätze. Weil Lothar Matthäus vor dem Anpfiff bei Sky die Dinge deuten musste, sprang Ex-BVB-Trainer Edin Terzic ein. Er wusste, was er zu tun hat, und analysierte dann doch brav die Kompany-Bayern: „Bei ihnen weiß jeder, was er zu tun hat.“ Moderiert hat Doppelpass-Dompteur Florian König, der uns ziemlich Gruseliges zu verkünden hatte: „Die Bayern machen Angst!“
Der Pyro-Nebel: Als es neblig wurde, hat man im Fernsehen klar gesehen, dass man nichts gesehen hat. Dabei ergaben sich hübsche Dialoge. Wetter-Kompetenzzentrum Wolff Fuss wusste in Abwesenheit von Carmen Nebel: „Dass sich der Nebel schnell verzieht, ist nicht zu erwarten, weil es windstill ist. Man sollte Windmaschinen erfinden.“ Da wandte Lothar als Experte für Windiges zurecht ein: „Installieren sollte man sie, erfunden sind sie ja schon.“ Er bekam dann noch per WhatsApp einen wertvollen Tipp von einem Ski-Weltmeister: „Helikopter ins Stadion, Nebel weg.“ Sie sehen, phasenweise war das Geschehen dann halt doch arg undurchsichtig.
Die Kommentatoren: Lothar Matthäus hat die Geschehnisse beleuchtet, Wolff Fuss hat kommentiert. Es war also alles wie immer bei Sky, nur eben bei RTL. Man blickt ja gar nicht mehr durch beim TV-Ringelpiez und seinen „Content-Vereinbarungen“. Fuss analysierte launig den Imbiss von Geißbock Hennes IX. – da gab’s nichts zu meckern. Und er schilderte die Begeisterung für FC-Jungstar Saïd El Mala: „Bei Köln glaubt man, der Leibhaftige sei gelandet“ – frei nach dem alten Udo-Jürgens-Motto „Denn mein Bruder ist ein Mala“. Beim brillanten 1:1 von Serge Gnabry erkannte Fuss dann doch ziemlich glasklar: „Das geht nur, wenn man’s kann.“ Lothar schwärmte: „Diese Dechnik!“ Der Bayern-Stürmer hatte auch in Köln die richtige Rein-Energie.