Flugshow: Mathias Gidsel gegen Dika Mem (rechts). © Koch/CB/Imago
Mathias Gidsel und Dika Mem, Francisco Costa und Sander Sagosen: Diese internationalen Stars lassen ihre Teams bei der EM träumen und wollen in den kommenden zweieinhalb Wochen zu den Turnier-Überfliegern werden.
Mathias Gidsel (Dänemark): Der Rückraumspieler gilt seit Jahren als der beste Handballer des Planeten – und jagt den letzten noch fehlenden Titel in seiner Nationalmannschaftskarriere. Dreimaliger Weltmeister und Olympiasieger von 2024 ist er, die EM hat der 26 Jahre alte Superstar von den Füchsen Berlin aber noch nicht gewonnen. Die übermächtigen Dänen warten bereits seit 14 (!) Jahren auf ihren nächsten EM-Titel.
Dika Mem (Frankreich): Allein sein Name sorgt bei Handball-Ästheten für Gänsehaut. Mem vereint spielerische Geschmeidigkeit mit enormer Explosivität, seine Würfe sind knallhart. Nicht weniger als 52 Titel sammelte der 28 Jahre alte Linkshänder, der im Sommer 2027 zu Gidsels Füchsen wechselt, in seiner beispiellosen Karriere bislang. Neben etlichen nationalen Pokalen in Frankreich und Spanien holte er im vergangenen Jahrzehnt mit Barcelona drei Mal die Champions League, mit der Nationalmannschaft gewann er bei den Olympischen Spielen (2021) sowie je einen Titel bei Welt- (2017) und Europameisterschaften (2024). Letzteren will Mem nun unbedingt verteidigen.
Sander Sagosen (Norwegen): Der Norweger zählt noch immer zu den ganz großen Namen im Welthandball. Doch allmählich wird es für Sagosen mal Zeit zu liefern. Ob bei den Norwegern oder im Club in Aalborg: Der Rückraumspieler saß zuletzt häufiger nur auf der Bank. Nach über zwölf Jahren in der Nationalmannschaft fällt die Bilanz durchwachsen aus: Den zweiten Plätzen bei den Weltmeisterschaften 2017 und 2019 und EM-Bronze 2020 folgten einige Enttäuschungen. Dem Tiefpunkt von WM-Rang zehn vor zwölf Monaten soll nun die große Auferstehung folgen.
Francisco Costa (Portugal): Mit ihrem überfallartigen Highspeed-Handball haben die Portugiesen um die Costa-Brüder Francisco und Martim das Establishment zuletzt durcheinander gewirbelt. Die deutsche Mannschaft kann ein Lied davon singen, im WM-Viertelfinale besiegte Portugal das DHB-Team vor Jahresfrist in der Verlängerung. Bester Torschütze bei den Portugiesen: „Kiko“ Costa. Der inzwischen 20-Jährige ist kein Lautsprecher, sondern ein Lenker: Mal Regisseur, mal Vollstrecker, oft beides in einem Angriff. Costa denkt schneller, als viele laufen, und genau das macht ihn so schwer greifbar.
Andreas Wolff (Deutschland): Der laustarke deutsche Torhüter will zehn Jahre nach dem Wintermärchen von Polen den Titelgewinn wiederholen, Olympia-Silber (2024) und -Bronze (2016) hat er auch schon. „Ich glaube, dass es die beste Nationalmannschaft ist, in der ich je gespielt habe“, sagte Wolff im Sportschau-Interview. Die Voraussetzungen könnten für den extrovertierten Keeper des THW Kiel also schlechter sein.SID