Ammanns letzte Chance

von Redaktion

München/Sapporo – Um zu erahnen, wie lange Simon Ammann schon Schanzen hinunterspringt, muss man nur etwas in den Statistiken kramen. 1997, also vor 29 Jahren (!), sammelte der Schweizer als 16-Jähriger erste Weltcuppunkte. Fünf Jahre später kürte er sich in Salt Lake City (2002) zum Doppel-Olympiasieger und wiederholte dieses Kunststück acht Jahre später in Vancouver (2010).

Von diesen Glanzzeiten ist der heute 44-jährige Familienvater (zwei Söhne, eine Tochter) weit entfernt, zu Olympia in Cortina will es die Skisprung-Legende aber noch einmal schaffen – es wären seine achten (!) Spiele. Nagano, Salt Lake, Turin, Vancouver, Sotschi, Pyeongchang, Peking – „Simi“ war immer dabei.

Um den letzten Startplatz im Schweizer Team (neben Gregor Deschwanden und Sandro Hauswirth) zu ergattern, muss Ammann ab heute in Sapporo abliefern – und zwar besser als die Konkurrenten Juri Kesseli (20), Killian Peier (30) und Felix Trunz (19).

Die Vorzeichen stehen nicht schlecht. Im Continental Cup auf der gleichen Schanze belegte der Toggenburger die Plätze vier und fünf – deutlich vor Kesseli. Zudem gewann Ammann auf der Sapporo-Anlage 2007 seinen einzigen Weltmeistertitel. Peier und Trunz dürften nicht mit besonders viel Selbstvertrauen anreisen, beide blieben zuletzt im Weltcup ohne Punkte.MATHIAS MÜLLER

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