Mit Stolperpotenzial

von Redaktion

Alex Zverev und Eva Lys in Australien vor kniffligem Programm

Wohlfühlprogramm in Sydney: Eva Lys © Instagram

Melbourne – Alexander Zverev schaute ganz genau hin, als am Donnerstag in Melbourne die Kugeln gezogen wurden – und er konnte im Anschluss an die Auslosung der Australian Open zufrieden sein. Auf dem Weg zum ersehnten ersten Grand-Slam-Titel hat der Tennisstar einen lange Zeit machbaren Turnierbaum erwischt – trotz einer frühen Stolperfalle. Mit Gabriel Diallo wartet der Weltranglisten-41. aus Kanada, für Zverev sicher eine der schwersten Aufgaben, die er hat erwischen können. Nach dem Duell mit dem 2,03 Meter-Riesen könnte es einfacher werden für den Hamburger. Bis hin zum Halbfinale, in dem wohl der Spanier Carlos Alcaraz der Gegner wäre.

Und das ist dann doch anders als bei Eva Lys. Die deutsche Aufsteigerin muss gleich gegen die routinierte Rumänin Sorana Cirstea ran, danach könnte ein Duell mit der viermaligen Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka drohen. Doch die 24-Jährige geht die Sache lockerer an, als der, von der Sehnsucht nach dem Titel getriebene Zverev. So ließ sie es auch zu ihrem Geburtstag in Melbourne ein bisschen krachen. Mit glitzernden Luftballons, einer pinken Torte und Champagner. „Es kommt einfach immer mehr Kuchen, und der Tag ist noch nicht vorbei“, schrieb Lys bei Instagram.

Mit Dingen wie diesen hat Lys viele Sympathien gewonnen. 277 000 Follower erreicht Lys mittlerweile mit ihren oft unterhaltsamen Posts. Seit Melbourne eben, seit den Australian Open, wo vor einem Jahr ihr Aufstieg begann. Als sie als „Lucky Loser“ noch ins Hauptfeld rutschte und prompt als „Lucky Lys“ bis ins Achtelfinale stürmte. Mittlerweile ist sie die Nummer 39 der Welt und der Blick geht vorsichtig weiter nach oben. Die Top-30, die Setzliste bei den Großturnieren, das ist ihr erklärtes ziel.

Bei Zverev ist die Situation eine andere. Die Nummer drei der Welt will die fürchterliche, von Verletzungen geprägte Vorsaison abschütteln. Neustart in Melbourne sozusagen. Dass der Ausflug zum United Cup mit dem Aus in der Vorrunde missriet – geschenkt. Zverev ist als langsamer Starter bekannt. Allerdings: Der Abstand zu den Branchenriesen ist seit dem verlorenen Finale gegen Jannik Sinner größer und größer geworden. Aber zumindest der Weg dorthin könnte ein überschaubarer sein. Der Brite Cameron Norrie (Nr.26) wäre in der dritten Runde wohl der erste gesetzte Gegner. Im Viertelfinale dann wartet möglicherweise ein Duell mit Brisbane-Sieger Daniil Medwedew.

Klar ist: Zverev hat gute Laune mit nach Melbourne gebracht. Beim unterhaltsamen „One-Point-Slam“ am Mittwoch war für den Hamburger zwar bereits nach einem einzigen verlorenen Ballwechsel gegen die Taiwanesin Joanna Garland Schluss, Spaß hatte er trotzdem. Den will er sich diesmal bewahren.RP

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