Boss der NBA: Adam Silver hat Großes vor. © Billings/DPA
Berlin – Die NBA wandelt aktuell ein wenig zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite das erste offizielle-Spiel in Deutschland, die perfekte Marketing-Tour mit den Magic-Stars Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva. Auf der anderen Seite kracht es. Die großen Pläne für eine neue Liga in Europa, die bereits ab Oktober 2027 starten soll, stoßen auf immer härteren Widerstand. Die Euroleague hat einen Brief an die NBA geschickt. Und droht mit rechtlichen Schritten, sollte weiter Teams, die vertraglich noch an die Liga gebunden sind, der Hof gemacht werden.
„Den Brief habe ich an meine Anwälte weitergeleitet“, sagte Adam Silver am Donnerstagabend in Berlin und lachte: „Wir müssen die Traditionen des europäischen Basketballs respektieren.“ Der Commissioner der NBA bestätigte, dass man sich aktuell mit potenziellen Teams, Investoren und Medienunternehmen trifft. „Wir machen jeder Partei klar, dass man für das Projekt eine langfristige Perspektive braucht.“ Silver sagte, man konkurriere nicht mit anderen Ligen, sondern um die Aufmerksamkeit von Menschen. Dabei gehe es eben auch um Entertainment. Der 63-Jährige sieht die europäischen Fußballvereine, die teilweise weltweit Fans haben, als Vorbild.
Die NBA schätzt die Leidenschaft der europäischen Basketball-Fans, registriert, dass das Niveau immer stärker wird. Die führenden Verantwortlichen sind sich aber einig: Wirtschaftlich kommt für das riesige Potenzial aktuell viel zu wenig bei rum. Um eine Einordnung zu geben, in welchen überdimensionalen Sphären die NBA agiert: Der neue TV-Vertrag soll über die nächsten elf Jahre rund 70 Milliarden Euro einbringen.NMS