Schnee, Stars und Schlangen

von Redaktion

Die NBA fährt für das erste Deutschland-Spiel groß auf

Im NBA House konnten Basketball-Fans die Larry O´Brian Trophy bestaunen. © Schu/DPA

Die Magic-Stars Paolo Banchero und Tristan da Silva (r.) bei einem Basketball-Camp für junge Mädchen. © Instagram

Freute sich über den Berliner Schnee: NBA-Legende Dwight Howard (r.) mit dem Rapper Luciano. © Instagram

Berlin – Diese Woche in Berlin verlief so rasant, dass auch die NBA-Stars kurzzeitig das Zeitgefühl verloren. Moritz Wagner wusste nicht mehr richtig, wo oben und wo unten ist. Marketing-Termine, Begrüßungsabend mit der Familie und der Franchise, zwischendurch noch ein eigener Live-Podcast, Training, Fotos am Brandenburger Tor. Doch beim Team hat all das schon Eindruck hinterlassen. „Die Menschen hier sind großartig. Die Offenheit, die Herzlichkeit und der starke Gemeinschaftssinn haben uns sehr beeindruckt. Wir haben unglaublich viel über die Stadt gelernt, und insgesamt war diese Erfahrung für uns als Gruppe enorm bereichernd“, sagte Orlando-Trainer Jamahl Mosley vor dem Spiel gegen die Grizzlies (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe).

Ähnlich wie bei Auftritten der National Football League in Deutschland, soll die ganze Stadt auch schon an den Tagen vor dem Highlight vom Basketball-Fieber erfasst werden. Im „Magic Kiez“ posierten die Legenden Jason Williams (“White Chocolate“ oder Dwight Howard für Fotos. Howard, einst einer der besten Center der Liga, probierte mit Rapper Luciano (trat in der Halbzeit-Show auf) den Berliner Döner und freute sich über Schnee.

Bei einem Fantreffen mit Moritz und Franz Wagner war die Schlange hunderte Meter lang. 450 000 Ticketanfragen gab es für das Spiel, innerhalb von zwei Stunden war alles ausverkauft. Alleine 200 Tickets hatten die Wagner-Brüder für Freunde und Familie organisiert. „Aber das ist eben auch eine Reise, bei der es sich lohnt. Franz und ich waren ziemlich kompromisslos und haben gesagt: ‚Das ist eine einmalige Gelegenheit, da müssen wir es allen recht machen“, so Moritz.

Von Berlin geht es direkt weiter nach London, dort wartet am Sonntag das nächste Spiel gegen die Grizzlies. 2027 steigen die internationalen Spiele in Manchester und Paris, 2028 in Berlin und Paris. Wenn es nach einem Teilnehmer der Reise geht, wird es danach Zeit für einen neuen Standort. München.

„Das wäre nochmal ein anderes Level an Begeisterung und Vorfreude. Ein Wow-Effekt. Mit den ganzen Leuten, mit denen ich aufgewachsen bin“, sagt Tristan da Silva: „Ein Trainer aus der Alba-Jugend war, der mit Franz und Mo damals viel gearbeitet hat. Wenn ich mir überlege, dass wir in München wären und ein Trainer von mir kommt, das wäre sehr verrückt.“

Und bei den großen Plänen der NBA scheint Tristans Traum gar nicht unwahrscheinlich.

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