Strahlt bei der Siegerehrung: Franzi Preuß. © Bachun/Imago
Ruhpolding – Franziska Preuß hat beim Sprint von Ruhpolding vorgelegt. Mit Startnummer 24 setzte sie mit zwei fehlerfreien Schießeinlagen die Messlatte hoch für die Konkurrenz. Doch vor allem Hanna Öberg ließ sich davon nicht irritieren, räumte ebenfalls alle zehn Scheiben ab und war zudem läuferisch noch einmal auf einem anderen Level als Preuß. „Das Niveau war wahnsinnig hoch. Natürlich liebäugelt man mit dem Podium. Aber man muss neidlos anerkennen, dass die anderen einen Tick besser waren“, sagte die 31-Jährige, die am Ende starke Fünfte wurde (+16,5 Sekunden).
Es war nach den dem Sprint und der Verfolgung in Oberhof der bereits dritte fünfte Platz für die Ruhpoldingerin, die in diesem Winter weiterhin ihr erstes Podest jagt. So auch am Sonntag (12.30 Uhr) im abschließenden Verfolgungsrennen. Sie weiß um die „gute Ausgangslage und will „smart mitlaufen“. Um sie herum sind ausnahmslos Athletinnen, die auch in wenigen Wochen in Antholz ein gehöriges Wort mitsprechen wollen. Lou Jeanmonnot (+7,5) Lisa Vittozzi (+11,5) und Elvira Öberg (+14,6), die auch alle ohne Schießfehler auskamen, starten vor Preuß.
In eine gute Ausgangslage brachte sich auch Selina Grotian (+51,3). Mit Platz 15 erreichte die 21-Jährige exakt das Ergebnis für die halbe Olympia-Norm. Doch bis das feststand, verging eine schier unendliche Wartezeit. Gebannt verfolgte Grotian das Live-Timing auf dem Smartphone. „Ich habe erst gedacht, es geht sich heute locker aus“, gestand die Mittenwalderin. Nach einem Fehler liegend fing es bei ihr im Kopf „schon an zu flattern“. Sie hielt dem Druck stand. Am Ende überwog die Erleichterung.
Fast hätte ihr mit Julia Tannheimer eine Teamkollegin den 15. Platz noch geklaut, die 20-Jährige hatte nur 0,5 Sekunden Rückstand. Sophia Schneider (30.), Janina Hettich-Walz (44.), Vanessa Voigt (45.) schossen mit jeweils zwei Fehlern eine Strafrunde zu viel, um weiter vorne zu landen.ALEXANDER VORMSTEIN