Gabriel Diallo
Melbourne – Auch der nackte Oberkörper von Marat Safin brachte Alexander Zverev nicht aus dem Konzept – fokussiert ließ der deutsche Tennisstar eine Vorhand nach der anderen über das Netz peitschen. Gemeinsam mit Kumpel Andrej Rublew und dessen leicht bekleidetem Promi-Coach stand Zverev in Melbourne eine gute Stunde auf dem Trainingsplatz. Bei den Australian Open muss er schließlich schnell auf Betriebstemperatur kommen.
Zverev macht sich vor seiner kniffligen Auftaktpartie am Sonntag (ab 3.00 Uhr MEZ/Eurosport) gegen den Kanadier Gabriel Diallo keine Illusionen. „Das ist ein schwieriger Gegner, ein gefährlicher Gegner“, stellte Zverev klar – und er dürfte damit Recht behalten.
Der mehr als zwei Meter lange Diallo verfüge über „ein Riesenspiel“, schob Zverev vor dem ersten Aufeinandertreffen der beiden auf der Tour überhaupt hinterher: „Er schlägt mit 230 auf. Und er kann natürlich sehr zügig von der Grundlinie spielen.“ Auf alles, was danach noch so kommen könnte im Turnierverlauf, wollte Zverev – die Nummer drei der Welt – daher noch gar nicht vorausblicken.
„Bereit“ fühlt er sich dennoch. Und als klarer Favorit. Vor dem Start seines bereits 40. Angriffs auf den heiß ersehnten Grand-Slam-Titel strahlte der 28-Jährige Zuversicht aus. „Ich fühle mich besser und besser mit jeder Woche“, erklärte Zverev, der in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen gehabt hatte. Die – wenn auch kurze – Pause zwischen den Jahren hat gut getan. Und er hat sie auch genutzt, um an Schwächen zu arbeiten. Immerhin gilt es für Zverev, einen zuletzt extrem groß gewordenen Rückstand auf Carlos Alcaraz und Jannik Sinner aufzuholen.
Die „leichteren Bälle“ wolle er künftig „mit etwas mehr Zug und Tempo“ spielen, berichtete Zverev beim großen Medientag vor dem Turnier. Darauf und auf sein Serve-and-Volley-Spiel habe er den größten Wert gelegt.
Zverev ist übrigens lediglich einer von zwei deutschen Profis, die bereits am Sonntag, dem ersten von drei Erstrundentagen am Yarra River, ran müssen. Der zweite, Yannick Hanfmann, bekommt es am frühen Morgen deutscher Zeit mit dem Qualifikanten Zachary Svajda (USA) zu tun. SID