TV-Experte beim Zweitliga-Topspiel am Samstag: Felix Kroos. © DeFodi/Imago
Zielspieler Michael Olise: Die Leipziger wissen, auf wen sie besonders achten müssen, wollen sie nicht untergehen wie zum Saisonstart. © Ulmer/Imago
An diesem Wochenende geht die Rückrunde los – und zwar in der Bundesliga und der 2. Liga. Beim Topspiel des Unterhauses zwischen Schalke und Hertha am Samstagabend (20.15 Uhr, RTL) wird Felix Kroos eine besondere Rolle einnehmen: Der Ex-Profi kommentiert die Partie der Zweitliga-Schwergewichte. Im Interview spricht er außerdem über das Duell zwischen Bayern und Leipzig.
Felix Kroos, am Wochenende kommentieren Sie das Topspiel der 2. Bundesliga zwischen Schalke und Hertha. Was erwarten Sie von der Partie?
Das sind zwei große, traditionsreiche Clubs. Schalke geht als Tabellenführer ins Spiel, Hertha als Verfolger. Für Hertha ist das eine echte Standortbestimmung: Wenn du den Tabellenführer schlägst, bekommst du sofort ein anderes Gefühl für die Rückrunde. Dann merkst du, dass du wirklich auf dem richtigen Weg bist. Gewinnt Hertha, sehe ich sie sogar auf einem sehr guten Kurs Richtung Bundesliga.
Schalke überraschte viele Fans und Experten mit Platz eins. Können Sie den Aufstieg schaffen – und wer geht Ihrer Meinung nach am Ende hoch?
Sie haben es geschafft, wieder diese typischen Schalke-Tugenden auf den Platz zu bringen: Emotionalität, Aggressivität, Zusammenhalt. Das ist stark – aber ich glaube trotzdem nicht, dass Schalke am Ende aufsteigt. Sie haben viele enge Spiele gewonnen und punktemäßig etwas überperformt. Das ist auch eine Qualität, aber nicht immer nachhaltig. Ich sehe sie am Saisonende nicht unter den ersten drei.
Sondern?
Meine Aufstiegsfavoriten sind Hertha, wenn sie ihre Qualität konstant abrufen, Hannover, die spielerisch für mich ein Top-3-Team sind, und Darmstadt mit ihrer klaren Handschrift.
Blicken wir auf die Bundesliga: Bayern startet gegen Leipzig in die Rückrunde. Kann da überhaupt Spannung aufkommen?
Leipzig kann Bayern mit seiner Spielweise durchaus gefährlich werden – vor allem, wenn sie mutig anlaufen und hinter die hohe Kette kommen. Das ist auswärts schon ein anderer Gradmesser für die Bayern. Leipzig hat die Qualität und die passenden Spielertypen, um sie vor Probleme zu stellen. Ich glaube deshalb schon, dass dieses Spiel enger wird, als es nach dem Hinspiel (6:0 für Bayern, d. Red.) viele erwarten.
Sollte Vincent Kompany dann für die entscheidenden Champions-League-Wochen lieber rotieren, um Kräfte zu schonen – oder zerstört das den Rhythmus?
Du brauchst beides. Natürlich eine gewisse Frische, aber der Rhythmus ist genauso entscheidend. Es wird eine Rotation geben, vor allem in der Liga, aber nicht auf Zwang. Bei Spielern wie Kimmich oder Kane musst du nicht ständig pausieren, weil sie auch wissen, wie sie in Spielen mal einen Gang rausnehmen.
INTERVIEW: V. TSCHIRPKE