Vom Notnagel zum Leistungsträger: Michael Keränen hat in Tölz ein neues Angebot bekommen. © Oliver Rabuser
Peiting: Der Höhenflug des EC Peiting geht weiter. Gegen die Passau Black Hawks und bei den Heilbronner Falken feierte der ECP den vierten und fünften Sieg in Folge, mit denen jetzt auch wieder die direkte Playoff-Qualifikation möglich ist. „Ich bin heute grau geworden“, bekannte ECP-Coach Lanny Gare nach der extrem spannenden Partie gegen die Black Hawks mit sechs Toren im Schlussdurchgang. „Wir waren effektiv, wir schießen einfach mehr Tore als der Gegner“, verriet Gare das simple Erfolgsrezept, das auch in der ausgeglichenen Partie in Heilbronn, die bis kurz vor Ende des Mittelabschnitts torlos blieb, stach. Im Schlussdrittel drehten die Peitinger dank eines Doppelpacks von Topscorer Carcon MacKinnon einen 0:1-Rückstand in einen Sieg. Seinem Team bescheinigte der Coach deutliche Fortschritte seit seinem Amtsantritt vor einem Monat.
Die Freude darüber fiel aber verhalten aus, weil vor der Partie ein Fan der Falken verstarb. „Das ist sehr traurig und lässt Eishockey in den Hintergrund treten“, zeigte sich Gare betroffen. RH
Bad Tölz: Luxusprobleme bei den Tölzer Löwen: Wenn ein gewisser Andreé Hult zwar nach langer Verletzung wieder einsatzbereit ist, aber bei den beiden engen Tölzer Siegen gegen Füssen (6:3) und Bayreuth (4:2) als vierter Kontingentspieler zum Zuschauen vergattert ist, muss schon etwas Besonderes passiert sein.
Ist es auch: Michael Keränen, als Hults Ersatz vorübergehend verpflichteter Finne, hat sich als überragender Glücksgriff erwiesen. Der 36-jährige wirbelte in nun 33 Spielen zusammen mit Topi Piipponen und Ludwig Nirschl in der Paradereihe zu 63 Punkten (16 Tore/47 Vorlagen). Am Sonntag in Bayreuth steuerte er noch einmal drei wichtige Tore bei. Verständlich, dass Trainer Axel Kammerer den funktionierenden Tölzer Sturm nicht auseinander reißen wollte.
Mit dem heutigen Heimspiel gegen Passau (19.30 Uhr) endet Keränens Vertrag. Ein neues Angebot wurde ihm vorgelegt. Doch ob das finnische Duo weiter wirbelt oder Königstransfer Hult seinen Platz auf der Tribüne räumen darf, stand bis gestern Abend noch nicht fest. NIC
Erding: Je kürzer das Line-up, umso besser die Spiele – das trifft derzeit auf die Erding Gladiators zu. Und obwohl es am Wochenende nur einen Punkt für das Schlusslicht gab, war Trainer Thomas Daffner absolut zufrieden. Ohne neun Stammspieler ging es am Freitag nach Deggendorf, wo die Erdinger beim Spitzenreiter nach 0:3-Rückstand auf 2:3 herankamen, aber sechs Sekunden vor Schluss das 2:4 kassierten. Da hatte Coach Daffner allerdings ein paar Landshuter Förderlizenzspieler zur Verfügung. Die fehlten jedoch am Sonntag gegen den Tabellenfünften Selb. Zwei Stammspieler waren jedoch zurückgekommen, so fehlten also „nur“ sieben Mann. Neun Stürmer und fünf Verteidiger konnte Daffner aufbieten, einer davon war mit Max Forster ein gelernter Stürmer. Nach 60 Minuten ohne Erdinger Strafzeit stand es 2:2, in der Verlängerung trafen die Wölfe schon nach 14 Sekunden. „In meinem Herzen haben wir das Spiel gewonnen“, sagte der Gladiators-Coach in der Presskonferenz und hofft heute Abend beim Tabellensechsten Lindau auf eine Überraschung. WK
Riessersee: Einer derben Abfuhr folgte der wichtige Dreier im Rennen um die Pre-Playoffs. Durch den 5:2-Erfolg bei den Stuttgart Rebels schob sich der SC Riessersee an den Schwaben vorbei auf Platz neun. Zum Matchwinner wurde Goalie Patrick Mühlberger, der mit beeindruckender Fangquote aufwartete. Den jungen Goalie anstelle des zuletzt überzeugenden Andi Mechel zwischen die Pfosten zu stellen, war auf eine Bauchentscheidung von Markus Jocher zurückzuführen. Passiert bei emotionalen Coaches wie Jocher bisweilen. Für die nötigen Treffer sorgte das Routine-Trio um Alex Höller, Jesse Roach und Tobi Kircher, das als erste Reihe fungierte und mit sechs Scorerpunkten satt ablieferte.
Weniger Begeisterung konnte Jocher dem Auftritt vom Freitag abgewinnen. Als „blutleer“ geißelte er sein Team für die Leistung beim 0:6 gegen die Heilbronner Falken, die das negative Pendant zum grandiosen Derbysieg eine Woche zuvor gegen die Tölzer Löwen war. „Durch die Bank eine Katastrophe, so kannst du nicht spielen“, zürnte der Coach. OR