Die Fans kamen per Sondermaschine und Fähre.
Cousins: Elias Skipagötu und Oli Mittun. © Poppe/Imago
Ein Zwölftel der Fähringer Bevölkerung feiert derzeit eine Handball-Party in Oslo – am Sonntag schlug ihr Team Montenegro mit 37:24. © Poppe/Imago
Oslo – Auf den Färöer Inseln geht es derzeit ruhig zu – ein Großteil der Bewohner ist auch gar nicht da, sondern bei der Handball-EM. Etwa zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung, die etwa 55 000 Menschen umfasst, pilgern derzeit nach Oslo, um ihre Landsmänner frenetisch zu unterstützen. Und die zahlen es mit Leistung zurück. Mit 37:24 (19:12) demontierte die Auswahl am Sonntag die Mannschaft Montenegros und feierte den ersten Sieg ihrer Geschichte bei einem großen Turnier.
Beinahe selbstverständlich, dass neben zahlreichen Kindergärten und Tagesstätten auch das Parlament auf den Färöer seine Türen momentan nicht öffnet. Die Engpässe in der Kinderbetreuung dürften die kleine Nation jedoch kaum aus der Ruhe bringen – schließlich sind die Familienbande groß. Auffällig ist das zumindest auf der Platte. Denn übernimmt der Kieler Rückraumstar Elias Ellefsen a Skipagötu, der gegen Montenegro acht Tore beisteuerte, einmal nicht die Verantwortung, gibt es noch seinen Cousin Oli Mittun (zehn Tore), der für ihn in die Bresche springen kann. Emotionale Unterstützung gibt es auf dem Spielfeld sonst sicherlich auch von den Brüdern der beiden: Roi beziehungsweise Pauli.
„Ich denke, wir müssen uns ein wenig beruhigen. Im Moment haben wir das Gefühl, wir könnten fliegen“, warnte West av Teigum vor dem Dienstags-Duell gegen Slowenien. Die Reise der Mannschaft soll aber möglichst weiter gehen – auch, damit sich der Flughafen auf der Westinsel Vagar noch einige Zeit auf den Rückreisestress vorbereiten kann. Schließlich musste das lokale Flugunternehmen Atlantic Airways Sondermaschinen im Minutentakt über die Startbahn lotsen.SID