TV-KRITIK

Schicksalsspiel mit Olli-Kahn-Cojones

von Redaktion

Mit dem Zweiten siegt man besser? Na logo, Hombre! Das erste deutsche Spiel bei der Handball-EM im ZDF sollte nicht gleich das letzte werden. Dafür bemühte Kommentator Martin Schneider gegen Spanien sogar den Handball-Laien Oliver Kahn, den Titanen-Kollegen von Andi Wolff: „Es braucht Cojones!“ Feier dank Ollis Eier? Wir haben den Hühnerprodukte-Check.

Das Gedöns

Zuletzt bei der Pleite gegen Serbien haben Florian Nass und Jogi Bitter in der ARD sehr launig kommentiert. Nass erfand die Verbindung zwischen „Jaaaaaa“ und Andi Wolff, in Form von „Jaaaaaandi“. Das war fein – allerdings trauten sich die beiden nicht so recht, Bundestrainer Alfred Gislason angemessen zu kritisieren. Das ZDF mühte sich gestern, das vercoachte Spiel gar nicht mehr groß anzusprechen. Moderator Florian Zschiedrich wusste: „Die haben Bock, mehr als drei Spiele bei dieser Europameisterschaft zu machen.“ Kollege Schneider erkannte in der Pause datumstechnisch völlig zurecht: „Vorgestern war vorgestern und heute ist heute.“

Der Experte

Sven-Sören „Smöre“ Christophersen hatte das Arsenal der deutschen Handballer genau gemustert. Seine putzige Erkenntnis: „Die Mannschaft hat einen breiten Köcher an Pfeilen.“ Der Sportchef des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf erinnerte an das robuste Spiel gegen die Ösis: „Johannes Golla hatte teilweise zwei, drei Österreicher auf dem Rücken, und es hat ihm nichts ausgemacht!“ Seine Aufforderung an den aufmüpfigen Juri Knorr: „Dann spiel, dann liefer!“ Experte Smöre gab sich grundsätzlich euphorisch. Übers deutsche Ausscheiden zu reden? „Da haben wir gar keine Lust drauf.“

Die Kommentatoren

ZDF-Mann Schneider hatte noch mehr FC Bayern-Vergleiche parat. Er forderte den „Spanien-Wolff“, die „Bestia Negra“ im deutschen Tor. Und er erklärte die Situation glasklar: „Hauptrunde oder Abreise!“ Lustig war, als er über die Schiri-Brüder verriet: „Beide aus Bosnien-Herzegowina.“ Es wäre auch erstaunlich gewesen, wenn der eine Bruder Norweger wäre, und der andere Grieche. Christophersen war im ZDF erstmals auch als Co-Kommentator am Start und erklärte Handball-Feinheiten wie die „Abwehr durch den Kreis“ sehr Fan-freundlich. Man Smöre und staune, jetzt geht die EM für Deutschland erst so richtig los!

Artikel 2 von 11