Daueroption oder One-Hit-Wonder?

von Redaktion

1860-Debütant Damjan Dordan muss wieder auf die Bank – weil Thore Jacobsen zurückkehrt

Damjan Dordan (re.) überzeugte gegen RWE. © Gamel/Imago

München – Die Zuschauer auf der Haupttribüne des Grünwalder Stadions erhoben sich, zollten ihren Respekt. Gerade hatten sich der TSV 1860 das bittere 0:1 gefangen, Grund zur Freude war also nicht gegeben. Doch sechs Minuten vor Schluss verließ ein 1860-Akteur das Feld, der mit seiner ruhigen, abgeklärten Spielweise durchaus für eine positive Überraschung an diesem Samstagnachmittag gesorgt hatte: Damjan Dordan.

Erfreulich für den 23-Jährigen, dass die Sechzger am Ende doch noch über den Punkgewinn (Max Reinthaler traf spät zum 1:1-Endstand) gegen RWE jubeln durften. Von seinem Glück, gegen den Aufstiegsaspiranten auf der Doppelsechs neben Philipp Maier auflaufen zu dürfen, wusste Dordan Anfang letzter Woche noch nichts. Auch wenn den Löwen bereits zu diesem Zeitpunkt bereits einige zentrale Mittelfeldspieler weggebrochen waren, war für Dordan lediglich die Reservistenrolle vorgesehen.

Stattdessen sollte Samuel Althaus sein Startelf-Debüt feiern. Doch der 20-Jährige reihte sich nahtlos in den Löwen-Fluch mit ein und verletzte sich wenige Tage vor dem Spiel. Dordan rückte nach – und nutzte seine Chance. „Eigentlich hätte Samu debütiert, schade für ihn. Aber gut für Damjan“, brachte es Keeper René Vollath auf den Punkt.

Um ein Haar hätte es am Samstag noch einen weiteren Debütanten im Dress der Blauen gegeben. Loris Husic stand an seinem 18. Geburtstag bereits bereit, um für Dordan in die Partie zu kommen. Doch weil Essen in diesem Zeitraum in Führung ging, musste sich der österreichische U17-Weltmeister wieder setzen, stattdessen kam Angreifer Justin Steinkötter.

Zurück zu Dordan: Neben Philipp Maier zeigte der Sechser eine abgeklärte Leistung. Von Nervosität war nichts zu spüren. Ob das auch an den Tipps von Kevin Volland lag? Der erfahrene Offensivmann verriet gegenüber Löwen-TV: „Ich habe Damjan im Bus gesagt, er soll einfach seinen Fußball spielen. Und dass er sich auf die Dinge, die ihn stark machen, konzentrieren soll. Das hat er heute super gemacht.“ Und auch von Torschütze Max Reinthaler gab es viel Lob für den Auftritt: „Damjan wurde heute reingeworfen. Er hat ein super Spiel gemacht, Kompliment von meiner Seite.“

Coach Markus Kauczinski bewertete das Debüt etwas nüchterner: „Er ist nicht auf-, aber auch nicht abgefallen, hat seinen Job erledigt. Als Sechser muss man auch nicht auffallen.“ Bedeutet: Seine Basics – Räume zulaufen, schnell ins Gegenpressing kommen – hat Dordan erledigt. Und dennoch wird es vorerst wohl keinen zweiten Startelf-Einsatz geben. Denn in Osnabrück (Sonntag, 16.30 Uhr) wird neben Maier aller Voraussicht nach wieder Thore Jacobsen im defensiven Mittelfeld auflaufen. Der Vize-Kapitän der Löwen fehlte gegen RWE Rot-gesperrt.

Dennoch ist es wichtig für Kauczinski zu wissen, dass er einen hungrigen Ersatzmann hat, der sich auch in Spielen gegen Topteams nicht versteckt. Keine schlechte Ausgangsposition für Dordan, um in mögliche Vertragsverhandlungen mit den Löwen zu gehen. Sein Arbeitspapier bei 1860 läuft im Sommer aus, Verlängerung ungewiss. Dordans Ausgangsposition jedoch hat sich verbessert.MARCO BLANCO UCLES

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