Lucky Laura

von Redaktion

Siegemund siegt nach 0:6, 2:5

Zwei Matchbälle gegen sich und trotzdem nach 2:31 Stunden obenauf: Laura Siegemund bejubelt ihren Erfolg über die höher eingeschätzte Ljudmila Samsonowa. © Molter/dpa

Meblourne – Laura Siegemund hüpfte wie ein kleines Kind über den Court und schrie ihre Freude heraus: Mit einem denkwürdigen Comeback hat die 37 Jahre alte Kämpferin die deutschen Tennisfrauen bei den Australian Open vor einer schaurigen Gesamtbilanz bewahrt. Nachdem Eva Lys‘ Traum von einem weiteren Melbourne-Märchen früh geplatzt war, schlug Siegemund die gesetzte Ljudmila Samsonowa – trotz zweier Matchbälle ihrer Gegnerin.

„Ich habe auch selber nicht mehr dran geglaubt“, gestand Siegemund, die zwischenzeitlich mit 0:6, 2:5 und 15:30 zurückgelegen hatte, bei Eurosport: „Dann habe ich ein paar gute Games gespielt und sie hat angefangen zu wackeln.“

Die Wimbledon-Viertelfinalistin Siegemund, die dreimal die dritte Runde Down Under erreicht hat und nun auf Maddison Inglis oder Kimberly Birrell (beide Australien) trifft, setzte sich am Ende nach 2:31 Stunden 0:6, 7:5, 6:4 durch und erwies sich damit einmal mehr als Schreck für höher eingeschätzte Gegnerinnen. Nach dem bitteren ersten Satz zeigte sie eine beeindruckende Körpersprache und kämpfte sich als einzige deutsche Spielerin weiter.

„Sie ist wirklich eine Löwin, eine Kämpfernatur sondergleichen. Sie ist auch vielleicht ein Beispiel für die jungen deutschen Tennisdamen, was man wirklich mit der richtigen Einstellung, einer guten körperlichen Fitness erreichen kann“, sagte Boris Becker. Siegemund habe das „Herz am richtigen Fleck“.

Insgesamt sind nur noch drei deutsche Profis im Wettbewerb vertreten, denn Jan-Lennard Struff verlor einen Fünfsatzkrimi mit ebenfalls kuriosem Anstrich. Gegen den Tschechen Vit Kopriva musste er sich mit 6:4, 2:6, 6:2, 3:6, 1:6 geschlagen geben.

Auf Court 7 der Anlage waren im dritten Satz zwischenzeitlich die Aus-Rufe der elektronischen Linienrichtertechnologie ausgefallen – die Schiedsrichterin musste den Part übernehmen. Struff ließ sich davon zunächst nicht beirren, letztlich hatte der Tscheche aber den längeren Atem.

Topstar Alexander Zverev bereitete sich derweil auf sein kommendes Zweitrundenmatch am Mittwochvormittag vor. Der 28-Jährige setzte sich am Rande der Anlage in Melbourne der Mittagshitze und den Autogrammwünschen der Fans aus – und arbeitete konzentriert auf dem Trainingsplatz. Nach seinem letztlich souveränen Auftaktsieg über Gabriel Diallo wartet nun ein Duell mit dem ungesetzten Franzosen Alexandre Müller.

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