Emre Can (Mitte) & Co. spielten gegen Tottenham schwach. © Murphy/Imago
London – Nach der kalten Dusche im Londoner Regen schlug Sebastian Kehl Alarm. Borussia Dortmund werde „sehr kritisch“ mit sich sein müssen, warnte der Sportdirektor, „um jetzt nicht in eine Situation zu kommen, in der wir uns in ein paar Wochen fragen, warum wir in diesem Moment alles verspielt haben.“ Biegt der BVB an diesem Scheideweg falsch ab, sind sämtliche Saisonziele in großer Gefahr.
Eine solche Leistung, wie sie die Dortmunder im Champions-League-Spiel bei Tottenham Hotspur in den ersten 45 Minuten anboten, da waren sich alle Beteiligten einig, darf sich keinesfalls wiederholen. „Die erste Halbzeit war leider beinahe ein Totalausfall“, sagte Ex-BVB-Star Mats Hummels nach dem 0:2 (0:2) in seiner Rolle als Experte bei Prime: „Und ich glaube, ohne BVB-Vergangenheit würde ich das ‚beinahe‘ weglassen.“ Die erste Hälfte sei eines Champions-League-Spiels „nicht würdig“ gewesen. Auch Kehl mahnte: „Die Mannschaft muss verstehen, dass das nicht der Anspruch ist, den wir alle haben.“
Durch die bittere Pleite verlor Dortmund in der Tabelle die Top acht und damit den direkten Einzug ins Achtelfinale aus den Augen, kann aber weiterhin die Play-offs aus eigener Kraft erreichen. Der BVB müsse, so Kehl, die Ligaphase am kommenden Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) gegen Inter Mailand „vernünftig abschließen“. Auch Niko Kovac betonte: „Mich ärgert eigentlich in erster Linie nicht nur das Ergebnis, sondern in allererster Linie die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind.“
Genau dies hatte seine Mannschaft gegen Tottenham zu Beginn nicht getan, gerade einmal 36 Prozent der Zweikämpfe gewann der BVB in der ersten Halbzeit. So hatten die Spurs leichtes Spiel, von den Gegentreffern durch Christian Romero (14.) und Dominic Solanke (37.) sowie der Roten Karte gegen Daniel Svensson (24.) erholte sich Dortmund nicht mehr.
Das Erreichen des Achtelfinals, ob direkt oder über die Play-offs, ist für den BVB derweil das absolute Minimalziel, eigentlich wäre auch dies zu wenig für das eigene Selbstverständnis. Vor allem, weil Dortmund im DFB-Pokal bereits ausgeschieden ist und in der Bundesliga elf Punkte Rückstand auf den enteilten Spitzenreiter Bayern München aufweist, liegt noch mehr Aufmerksamkeit als ohnehin schon auf dem Abschneiden in der Champions League.SID