Au Backe: Superstar Erling Haaland übte nach dem 1:3 bei Bodö/Glimt heftige Kritik an sich und seinen Kollegen. © IMAGO/McManus
Bodö-Glimt/Frankfurt – Erling Haaland gratulierte bei seiner Heimkehr mit finsterer Miene den Sensationskickern von Bodö/Glimt, dann entschuldigte er sich bei den mitgereisten Fans für die Blamage – und erstattete den 374 unverdrossenen und bitter enttäuschten Anhängern mit seinen Mitspielern zumindest die Ticketkosten. Diese umgerechnet knapp 11 000 Euro zu übernehmen, sei „das Mindeste“, teilten Haaland sowie die weiteren Kapitäne Bernardo Silva, Rúben Dias und Rodri stellvertretend für die mit zig millionenschweren Stars besetzte Mannschaft am Mittwochabend mit.
Der Norweger Haaland hatte bereits nach seinem Abend zum Vergessen am nördlichen Polarkreis kein Blatt vor den Mund genommen. „Wir sind Manchester City – so können wir nicht auftreten und keine Spiele gewinnen. Das darf nicht sein“, wütete der Stürmerstar nach dem 1:3 (0:2) in der Champions League.
Ausgerechnet in der Heimat gab der Nationalheld den tragischen Nebendarsteller. „Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass ich keine Tore geschossen habe. Es ist peinlich“, sagte Haaland selbstkritisch – und suchte vergebens nach Gründen: „Wir geben unser Bestes, aber offensichtlich fehlt etwas.“ Es sei „letztendlich nicht gut genug“. Gerade einmal 57,5 Millionen Euro beträgt der Kaderwert von Bodö/Glimt, umso empfindlicher traf die Pleite das Milliarden-Ensemble von Pep Guardiola.
Entsprechend hart ging die englische Presse mit den von zahlreichen Verletzungen geplagten Skyblues ins Gericht. „Jammer-City“, titelte die Sun: „Eine demütigende Niederlage“. Die BBC sah „eine der größten Überraschungen in der Geschichte der Champions League“. Der Mirror schrieb von einer „Blamage“ und „Sorgen um Erling Haaland“. In der Tat steht der Goalgetter als Sinnbild für die derzeitige Krise in Manchester.
Haaland gelang in den vergangenen acht Partien lediglich ein Treffer – am 7. Januar verwandelte er einen Elfmeter gegen Brighton. Quasi synchron mit dem Torjäger schlitterte die gesamte Mannschaft in die Krise. Von den sieben Pflichtspielen in diesem Jahr wurden lediglich die beiden Pokalspiele gewonnen, in der Liga gab es drei Remis sowie die Derby-Niederlage gegen Manchester United. Entsprechend ist Arsenal bereits um sieben Punkte enteilt – nun droht auch in der Königsklasse ein kräftezehrender Umweg.
Für den direkten Einzug ins Achtelfinale wird es am kommenden Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) neben einem eigenen Sieg gegen Galatasaray Istanbul auch Schützenhilfe brauchen. „Es war eine unglaubliche Chance für uns“, haderte Guardiola: „Wir haben das Gefühl, dass alles, was schiefgehen kann, in vielen, vielen Details auch schiefgeht.“SID