„Niemals!“: Kim reagierte geschockt. © imago
München – Die Verzweiflung stand Minjae Kim ins Gesicht geschrieben. Nach seiner zweiten Gelben Karte gegen Saint-Gilloise trottete der Spieler niedergeschlagen vom Platz, klopfte sich auf die Brust und entschuldigte sich bei den Fans. Dazu brüllte er Richtung Linienrichter: „Das ist nicht richtig! Ich schwöre zu Gott, das ist kein Gelb!“
Doch es nützte nichts: Kim musste aufgrund der harten, aber vertretbaren Entscheidung vom Feld und schwächte sein Team trotz einer vorher ansprechenden Leistung enorm. Dafür erntete der Innenverteidiger harsche Kritik: „Das ist dumm von Minjae. Er war auf der linken Seite der letzte Mann, dann ist es folgerichtig Gelb-Rot“, kommentierte Michael Ballack bei DAZN. „Das war ein blödes Foul. Da braucht sich Kim nicht zu beschweren.“
Die Szene passte leider ins Bild von Kims Leistungen in den letzten Monaten: Der Abwehrspieler muss oft angeschlagen spielen, verteidigt trotzdem überzeugend – aber leistet sich immer wieder Aussetzer, die gerade auf Champions-League-Niveau bestraft werden können. Trotzdem nahm ihn Max Eberl nach der Partie in Schutz. „Es sah unglücklich aus. Aber Minjae geht da weiter, den brauchen wir nicht aufbauen.“ Auch Vincent Kompany erklärte: „Als Verteidiger weiß ich selbst, dass so etwas passieren kann.“ Trotzdem ist ein Abschied im Sommer immer denkbarer, sofern sich ein Abnehmer findet, der Kims Gehalt (geschätzt 12 Mio. Euro) übernimmt. Nach unseren Informationen hat der FC Chelsea ihn auf der Liste.
Immerhin bekommt Kim bereits am Samstag die Chance, seinen Fehler wieder gut zu machen. Der erkrankte Upamecano dürfte laut Eberl nämlich auch gegen Augsburg fehlen: „Ich glaube, das wird eher schwierig. Er ist schon angeschlagen“, so Eberl. V. TSCHIRPKE, M. BONKE, H. RAIF