Die deutsche Party geht weiter

von Redaktion

Handballer gewinnen dramatisches Duell mit Portugal 32:30

Nur mit Gewalt zu stoppen: Miro Schluroff. © IMAGO/Koffler

Völlig losgelöst: Dank einer starken zweiten Halbzeit legten die deutschen Handballer einen Traumstart in die Hauptrunde hin. © IMAGO/Koch

Herning – Deutschlands Handballer um ihren überragenden Scharfschützen Miro Schluroff hüpften ausgelassen im Kreis, Torhüter Andreas Wolff zeigte die Siegerfaust: Angeführt vom herausragende Torhüter und ihrem treffsicheren Rückraumshooter haben Deutschlands Handballer im hitzigen Nervenduell gegen Portugal kühlen Kopf bewahrt und einen perfekten Start in ihre EM-Hauptrunde hingelegt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason besiegte den WM-Vierten zur ungewohnten Anwurfzeit am Donnerstagnachmittag 32:30 (11:11) – die Chancen auf das Halbfinale steigen.

„Es fällt eine Riesenlast ab. Das war ein unfassbar wichtiges Spiel für den Ausgang dieser Gruppe, und jetzt ist die Freude einfach riesig“, sagte Schluroff. Wolff staunte, wie „der Miro die Dinger da reingeschrotet hat“. Der Sieg nach der deutlichen Leistungssteigerung habe gezeigt, „dass wir immer den Kopf oben halten und positiv bleiben müssen.“

Vor 6145 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen in Herning benötigte Deutschland in der Tat einen langen Atem. Die Portugiesen, die im Vorjahr die deutschen WM-Träume im Viertelfinale von Oslo beendet hatten, erwiesen sich mit ihrer knüppelharten Deckung als der erwartet knifflige Gegner.

Gislason war von der Moral seines Teams angetan: „Die zweite Halbzeit war wirklich super, eine riesige Leistungssteigerung.“

In der Tat: Das deutsche Team benötigte eine gewisse Anlaufzeit. Zwar hatte die Abwehr die Costa-Brüder, die bei Portugals EM-Coup gegen die Dänen zu zweit 18 der 31 Treffer erzielt hatten, in der ersten Halbzeit gut im Griff. Weil Spielmacher Juri Knorr und seinen Mitspielern vorne zunächst aber wenig gelang, bestimmte Portugal die Anfangsphase. Wolff hielt Deutschland mit starken Paraden im Spiel.

Deutschland steigerte sich dann aber von Minute zu Minute. Die Abwehr im Zusammenspiel mit dem in dieser Phase überragenden Wolff ließ nun kaum noch etwas zu, zudem gelangen wichtige Tore über den Gegenstoß. Und so verwandelte die DHB-Auswahl einen 6:8-Rückstand dank zehn Minuten ohne Gegentor und einer Wolff-Fangquote von 47 Prozent in eine 10:8. Erneute Unkonzentriertheiten kosteten allerdings die Pausenführung.

Nach der Pause, als das Spiel immer hitziger wurde, übernahm neben dem Kieler Keeper aber auch Schluroff viel Verantwortung und traf in Serie. Der Gummersbacher avancierte mit sieben Treffern zum besten deutschen Werfer, alle Tore erzielte er im zweiten Abschnitt. Auch eine diskutable Rote Karte für Kapitän Johannes Golla (53.) konnte das deutsche Team in der Schlussphase nicht schocken.

Besonders positiv: Die offensive Steigerung. Vor allem die Einwechslung von Schluroff erwies sich als Glücksgriff. Gleich fünf Treffer gelangen dem Gummersbacher Rückraumspieler bis zur 45. Minute, Deutschland führte 21:20. Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. „Wir ziehen das durch“, brüllte Gislason in der 55. Minute beim Stand von 26:25. Sein Team gehorchte.SID

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