Selten konnten Fans so leicht an Karten kommen. Noch Stunden vor dem Heimspiel gegen Saint-Gilloise wurden Tickets in Fan-Foren, bei Ebay oder auf dem Zweitmarkt angeboten. Der Tenor: Falls noch wer hinwill, kann derjenige gerne meine Karte nehmen – bei Minusgraden und ohne die Stimmung der Südkurve verbringe ich den Fußballabend gerne auch mal auf der Couch.
Und so unterschätzten im Vorfeld viele Fans und Experten die Relevanz dieses letzten Heimspiels des FC Bayern in der Ligaphase – und lagen damit enorm falsch. Denn obwohl Union Saint-Gilloise kein Top-Gegner wie zuvor der FC Chelsea oder Sporting Lissabon war, musste man auch die Belgier mit ihrer aggressiven Spielweise und dem schnellen Umschaltspiel erstmal schlagen, das zeigte die Partie am Mittwoch deutlich.
Vor allem aber war das Ligaspiel für die Münchner enorm wichtig, um sich einen entscheidenden Vorteil auf dem Weg zum Titel zu sichern. Denn durch den Erfolg verteidigte der Rekordmeister seinen zweiten Tabellenplatz und braucht nun kommende Woche in Eindhoven nur noch ein Remis, um die Ligaphase in den Top-Zwei abzuschließen.
Diese Platzierung wäre für die Elf von Vincent Kompany extrem wichtig. Dann würde sie nämlich in allen K.o.-Spielen bis zu einem möglichen Finale jeweils das Heimrecht fürs Rückspiel besitzen – und somit ein echtes Ass im Ärmel für die wichtigsten Duelle der Saison haben. Denn die Münchner Heimstärke ist einer der großen Trümpfe in der Königsklasse. Von April 2021 (damals 2:3 gegen Paris Saint-Germain) bis zum Viertelfinal-Hinspiel der vergangenen Saison gegen Inter Mailand (1:2) hatte der FC Bayern keine Champions-League-Partie zu Hause verloren – und schied gegen die Mailänder auch deshalb aus, weil die Aufholjagd im San Siro statt in der Allianz Arena stattfand.
Daher sollte die Kompany-Elf auch die Partie in Eindhoven ernst nehmen und keinen Gang zurückschalten, um sich das Heimrecht fürs Rückspiel bis ins Finale zu sichern. Der Grundstein dafür wurde mit dem Sieg gegen Saint-Gilloise gelegt.