Erste Delle für den Hochbegabten

von Redaktion

Marko Grgic ist bei der EM bislang Randfigur – das soll sich in der Hauptrunde ändern

Hinein ins Glück: Grgic gegen Portugal. © IMAGO/Koffler

Herning – In der Vorrunde war Marko Grgic nur eine knappe Viertelstunde auf dem Feld gestanden. Gegen Portugal warf er sich zum Hauptrundenauftakt zumindest ein bisschen Frust von der Seele. Kurz vor der Pause steuerte er zumindest schon einmal ein weiteres Tor bei. Und im Lager der deutschen Handballer sind alle überzeugt: Der Rückraumspieler von der SG Flensburg-Handewitt wird bei der EM in Dänemark noch eine Schlüsselrolle spielen.

„Bei Marko merkt man, dass er nicht die Leichtigkeit in dem Turnier bis dato gefunden hat, die ihn in seinen Spielen in Flensburg und auch Eisenach ausgezeichnet hat“, sagte Co-Trainer Erik Wudtke. Dass Grgic ein außergewöhnlicher Spieler sein kann, stellt er regelmäßig in der Handball-Bundesliga unter Beweis. In der Vorsaison war er im Trikot des ThSV Eisenach mit 301 Treffern, fast neun pro Spiel (!), der beste Torschütze der gesamten Liga – noch vor Welthandballer Mathias Gidsel. Auch in diesem Jahr hat Grgic, einer der Silber-Helden bei den Olympischen Spielen in Paris, nach 19 Spieltagen schon wieder 114 Tore auf dem Konto.

Bei der EM gelang Grgic in der Vorrunde nicht viel: Sechs Versuche, ein Tor. „Ich persönlich war mit meiner Leistung sehr unzufrieden. Ich muss mich steigern, aber das Schöne am Handball ist: Es geht sofort weiter, nächstes Training, nächstes Spiel, nächste Chance, es wieder besser zu machen“, hatte er nach dem Auftaktsieg gegen Österreich (30:27) gesagt. Anschließend kam er gegen Serbien nur zu einem Kurzeinsatz, gegen Spanien saß er als einziger Profi des 16-köpfigen Kaders schließlich 60 Minuten auf der Bank.

Dies sei „nicht geplant“ gewesen, versicherte Bundestrainer Alfred Gislason nach dem 34:32 (17:15) gegen die Spanier. „Ich war mir ziemlich sicher, dass ich ihn bringen würde. Aber das hat so gut funktioniert mit Juri (Knorr) und Julian (Köster), dass ich das einfach nicht riskiert habe.“

Und so muss sich Grgic gedulden und hinter internen Konkurrenten wie Debütant Miro Schluroff auf seine Chance hoffen. Mindestens drei Chancen wird es bei der EM geben.SID

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