Bloß nicht ausrutschen!

von Redaktion

Glatteis in Osnabrück – Löwen heiß

Haltet sie auf! Mit einem Sieg könnte der VfL Osnabrück den Löwen davonziehen (wie hier Bryan Henning). Das Hinspiel jedoch gewannen Volland & Co. mit 3:1. © IMAGO / Osnapix

München – Da waren’s nur noch zehn. Zwar kehren vor dem schweren Auswärtsspiel an der Bremer Brücke Torwart Thomas Dähne (nach Grippe) und Vizekapitän Thore Jacobsen (nach Gelbsperre) zurück, dafür gibt es bei 1860 einen neuen Ausfall: Maximilian Wolfram. Nicht etwa, weil er weg will oder zum Verkauf steht, sondern schlicht, weil er krank ist. Beim Rückrundenstart gegen Essen (1:1) hatten noch elf Löwen gefehlt, am Sonntag in Osnabrück sind es damit „nur“ noch zehn. Trainer Markus Kauczinski bleibt ungerührt: „Für mich gibt es keine Ausreden und kein Rumgejammer.“

Gut so, denn in Osnabrück steht einiges auf dem Spiel. Im schlimmsten Fall könnte der Rückstand auf die Aufstiegsplätze auf neun Punkte anwachsen. Dieser Worst Case soll unbedingt vermieden werden. Kauczinskis Marschroute ist simpel: „Wir wollen punkten.“ Rechenspiele lehnt er ab: „Es hat noch nie jemand gesagt: Heute darfst du verlieren.“ Dranbleiben lautet die Devise für den Tabellenneunten.

Ein Selbstläufer wird das nicht. Kauczinski schwärmt vom Gegner als „sehr homogen, in jeder Spielphase“, kurz: „ein richtig gutes Team.“ Und auch seine persönliche Osnabrück-Bilanz macht wenig Mut. Viel hängen geblieben ist nicht – außer einem 0:0, an das er sich noch dunkel erinnert. Kein Fußballfest. „Das war ein Gegurke, das weiß ich noch.“

Hoffnung macht aus Löwen-Sicht das Hinspiel: Beim 3:1 im Grünwalder Stadion passte fast alles: Volland-Tor, Niederlechner-Tor, Haugen-Tor. Genau daran will 1860 anknüpfen, nachdem zuletzt vor allem offensiv Luft nach oben blieb. Kauczinskis Hauptkritik nach dem Essen-Spiel: „Wir waren nicht gefährlich genug.“ Zu wenig Präsenz in der Box, zu wenig Qualität bei Hereingaben.

Personell bleibt es ein Drahtseilakt. Sigi Haugen trainiert zwar wieder leicht, sein Kiefer sei aber nicht stabil verheilt. „Da gibt es zu viele Unwägbarkeiten“, sagt Kauczinski und mahnt: „Da sein heißt nicht automatisch, wieder performen zu können.“ Einen personellen Nachschlag auf dem Transfermarkt schloss er erstmals nicht aus, sagt aber: „Es geht darum, drei, vier Wochen zu überstehen – und dran zu bleiben.“

Ausrutschen ist dabei streng verboten – sportlich wie witterungsbedingt. In Osnabrück sorgt Blitzeis für Chaos. Die Löwen wollen einen Crash vermeiden. Die Konkurrenz hat lösbare Aufgaben. Umso wichtiger wäre ein eigenes Erfolgserlebnis. Kauczinski verspricht: „Wir werden alles dafür tun, um zu punkten.“ULI KELLNER

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