Oberstdorf – Karl Geiger strahlte über das ganze Gesicht und genoss endlich wieder die Sonnenseite des Skispringens – wenngleich ihn am Ende der Wind etwas ärgerte. „Es wird mit jedem Sprung freier und leichter“, sagte der zuletzt entnervte Ex-Weltmeister nach seinem starken elften Platz zur Halbzeit der Flug-WM in seiner Heimat Oberstdorf.
Auch wenn Geiger wie die weiteren Deutschen bei der großen Flugshow des überlegen führenden Domen Prevc keine realistische Medaillenchance besitzt, zeigte er doch seine mit Abstand beste Saisonleistung – und entschädigte sich etwas für die verpasste Olympia-Qualifikation. „Es macht wieder Spaß, den Karl springen zu sehen“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in der ARD. Geiger (32) segelte von der Heini-Klopfer-Schanze im ersten Durchgang auf 217,5 m und lag auf Platz sieben. In Durchgang zwei hatte er die zweitschlechtesten Windbedingungen, mit 197,0 m ging es ein Stück nach hinten. Ein Top-10-Platz in den beiden abschließenden Durchgängen heute (16.15 Uhr/ARD und Eurosport) ist für Geiger drin. Tourneesieger Prevc (442,2 Punkte/204,0+224,5 m) setzte sich trotz eines technischen Fehlers im ersten Durchgang an die Spitze.