Obst soll unbedingt bleiben

von Redaktion

Wiedererstarkte Bayern-Basketballer feilen an ihrer Zukunft

Andi Obst und Vladmir Lucic. © Wunderl/Imago

München – Vladmir Lucic hatte sein Gesicht tief in einen Schal vergraben als er zu später Stunde durch die Katakomben des SAP Garden schlich. Der Virus, der seit Tagen in der Mannschaft des FC Bayern grassiert, hatte offenkundig auch den Kapitän erreicht. „Ich habe das Spiel überlebt“, sagte der 36-Jährige mit gequältem Lächeln.

Kann man so sehen, Lucic war nicht nur mit seinen 19 Punkten einer der Besten in den Münchner Farben. bei diesem 93:89 gegen den BC Valencia. Dass sogar den erfahrenen Coach Svetislav Pesic schwer verzückte: „So stelle ich mir unseren Basketball vor. Mit schnellem Umschaltspiel zwischen aggressiver Defensive und der nicht weniger beherzten Offensive hatte man die Spanier über das gesamte Spiel hinweg beherrscht. Ganz anders als noch zwei Tage zuvor bei der Pleite gegen Partizan Belgrad. Und die Frage lag nahe – warum nicht gleich so?

Wobei die Münchner höhere Ziele auch so keineswegs abgehakt haben. „Wir sind noch in keiner guten Position“, sagte Svetislav Pesic, „aber auch die Mannschaften vor uns werden nicht alle Spiele gewinnen. Und wenn wir die Chance bekommen, wollen wir da sein.“ Eine kleine Serie von drei, vier Siegen am Stück, davon ist Pesic überzeugt, würde ihn und seine Bayern in Position bringen. Die Rückkehr von Stefan Jovic (Kopf), Kamar Baldwin und Elias Harris (beide Oberschenkel) könnte da nur helfen.

Wobei die Bayern im Hintergrund längst auch an der weiteren Zukunft feilen. Oberste Priorität: Die Verlängerung mit Ausnahme-Schütze Andi Obst. Für den Münchner Frontmann werde man „alles versuchen, was in unserer Macht liegt“, wie Basketball-Chef Dragan Tarlac sagt. Clubchef Herbert Hainer erzählte bei Magentasport Ähnliches: „Der FC Bayern hat eine Menge in den Lostopf reinzuwerfen. Wir werden uns anstrengen, ihn lange hier in München zu halten.“

Und dann ist da ja noch die künftige „Spielwiese“. Bei der Präsentation der geplanten NBA Europe in London waren kürzlich auch die Bayern in Person von Co-Chef Adrian Sarmiento beteiligt. Tarlac allerdings stellt klar: Eine Zukunft mit den Nordamerikanern ist für ihn nur MIT der Euroleague denkbar, an die sich dieser Tage übrigens auch der FC Barcelona langfristig gebunden hat: „Ohne die europäische Basketball-Kultur macht das keinen Sinn.“ Seine Wunschvorstellung: Die Euroleague organisiert auch weiter den Sport, die NBA das Marketing.RP

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