Der böse Wolff

von Redaktion

DHB-Retter macht den Kollegen Dampf

Hoch das Bein!

Beweglich wie ein junger Hupfer: der 34-Jährige im Spagat.

Wie ein Vulkan, der ausbricht: Torhüter Andreas Wolff brachte Norwegen zum Verzweifeln – und ärgerte sich über seine Teamkollegen. © Koch/Imago (3)

Herning – „Nicht von dieser Welt“, „eine Wahnsinns-Leistung“, „einfach phänomenal“: Die Lobeshymnen auf Andreas Wolff nahmen kein Ende. Der Torwart-Held von Deutschlands Handballern blickte nach seiner irrwitzigen 22-Paraden-Show (44 Prozent) aber bereits auf die beiden Matchball-Spiele fürs EM-Halbfinale voraus – und hatte eine klare Forderung an seine Teamkollegen.

„Jetzt kommen zwei der drei besten Mannschaften der Welt. Da müssen wir insbesondere im Angriff eine Schippe drauflegen, weil die Dänen werden solche Fehler nicht ungestraft lassen“, sagte Wolff über das anstehende Duell mit Dänemark im ZDF. „Man kann den Dänen nur auf eine Art Paroli bieten: wenn du hinten richtig hart bist und vorne konsequent und eiskalt.“

Beim 30:28 (15:17) gegen Norwegen hatten die deutschen Spieler nur 45 Prozent ihrer Abschlüsse im gegnerischen Tor untergebracht und zugleich in der Defensive einige Unkonzentriertheiten offenbart. Dies brachte Wolff, der Deutschland immer wieder im Spiel hielt, sichtbar zum Kochen. „Man hat gesehen, dass die eine oder andere Szene mich nicht begeistert hat – Thema Abpraller“, sagte der Kieler Keeper: „Das zieht sich auch durch das Turnier. Hier und da fehlt einfach ein bisschen Cleverness, vorne wie hinten.“

Seinen Teamkollegen war der Ärger darüber anzusehen. „Wir wissen, dass wir natürlich über das eine oder andere noch sprechen und besser machen müssen“, sagte Kapitän Johannes Golla. Auch Coach Alfred Gislason hofft vor dem Duell gegen die Dänen auf eine „andere Leistung als in den letzten beiden Spielen, weil da haben wir uns unglaublich schwergetan“. Bei der WM im Vorjahr setzte es ein 30:40 in der Hauptrunde, im Olympia-Finale von Paris ein 26:39.

Damit sich diese dänischen Machtdemonstrationen nicht wiederholen, kommt es auf das gesamte Team an – aber wohl auch wieder auf Wolff. „Ich weiß nicht, was er gefrühstückt hat heute Morgen, aber das soll er bitte übermorgen nochmal frühstücken“, sagte sein Teamkollege Lukas Zerbe.

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