Da ist er drin: Jacobsen (Nr. 15) steht nach einer Ecke blank und köpft ein – 1:0 für Osnabrück. © Sampics
Osnabrück – War noch nicht jedem Löwenfan die Wichtigkeit des Auswärtsspiels in Osnabrück bewusst, so änderte sich dies spätestens am Samstagnachmittag, als sich Kevin Volland und Co. im Flieger auf den Weg in den Norden machten. Essen, Cottbus und Duisburg siegten allesamt und zogen in der Tabelle davon. Nur durch die Niederlage des SC Verl in Wiesbaden (1:2) am Sonntagabend bleibt es beim Sechs-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz. Durch das 1:1 in Osnabrück treten die Löwen tabellarisch auf der Stelle.
Vom Anstoß weg waren mehrere Dinge an der Bremer Brücke klar zu erkennen. Die Sechzger kamen top eingestellt auf den Rasen, waren sich für keinen Zweikampf zu schade. Das Problem dabei: Die zahlreichen personellen Ausfälle kann die Mannschaft nicht gleichwertig ersetzen. Besonders in der Offensive fehlt Sigurd Haugen mit seinen Tempoläufen an allen Ecken und Enden. Gegen den Ball hingegen fand Osnabrück mit langen Bällen kaum ein Mittel gegen die Dreierkette um Max Reinthaler.
Umso bitterer, dass die Niedersachsen 1860 über einen Standard knackten. Eine Ecke von Lars Kehl köpfte Bjarke Jacobsen relativ unbedrängt zur Führung ein (17.). Das Stadion kochte, der VfL suchte die frühe Vorentscheidung – und verpasste sie nur knapp. Kehls strammer Abschluss ließ den einen oder anderen im Stadion bereits jubeln, der Ball landete jedoch am Außennetz. Mitten in die Drangphase der Hausherren fiel dann der Treffer – allerdings für die Löwen. David Philipp tanzte sich durch drei Gegenspieler durch, über Philipp Maier landete der Ball bei Volland. Der Routinier ließ sich nicht zweimal bitten und schob zum 1:1 ein, sein erster Treffer seit Mitte September. Sekunden später war Thomas Dähne auf der anderen Seite bereits geschlagen, doch Raphael Schifferl rettete auf der Linie. „Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden, wir werden uns steigern müssen“, monierte Kauczinski nach Spielende.
Nach der Pause erwachte die Bremer Brücke endgültig zum Leben, Osnabrück entwickelte mehr und mehr ein spielerisches Übergewicht, die Entlastungsangriffe der Löwen wurden seltener. Nur Zentimeter fehlten Robin Meißner bei seinem Volley-Versuch zur erneuten Führung. 15 Minuten vor dem Ende entschieden sich auch die Sechzger wieder dazu, aktiv am Spiel teilzunehmen. Ausgerechnet der eingewechselte Justin Steinkötter tauchte nach einem Reinthaler-Pass alleine vor dem VfL-Kasten auf. Sein Lupfer geriet jedoch zu ungenau und hoppelte am langen Eck vorbei.
Schlussphase, Alarmstufe lila im Löwen-Sechzehner. Osnabrück drückte, doch Thomas Dähne, Reinthaler und die restliche 1860-Defensive hielten dem Druck stand. Am Ende stand eine Punkteteilung, die beiden Teams in der Tabelle nicht wirklich weiterhilft. Oder wie Kevin Volland betonte: „Wir müssen jetzt mal wieder einen Dreier einfahren.“MARCO BLANCO UCLES