Magdeburg eskaliert

von Redaktion

„Brutale Fangewalt“: 64 Polizisten verletzt

Mit all seiner Routine: Dzeko(39) bringt Schalke mit dem 1:2 zurück ins Spiel. © IMAGO

Magdeburg/Gelsenkirchen – Schwere Ausschreitungen haben das Zweitliga-Ostduell zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden überschattet. Mindestens 64 Polizisten wurden verletzt, 17 von ihnen mussten mit erheblichen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben des Innenministeriums wurden Einsatzkräfte mit Böllern beschossen, mit Steinen, Absperrgittern, Gehwegplatten und sogar einem Gullydeckel attackiert. Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang sprach von „brutaler Gewalt“ und verurteilte die Angriffe scharf.

Kurz vor der Halbzeitpause hatten Magdeburger Anhänger versucht, im Außenbereich des Stadions zum Gästeblock vorzudringen. Die Polizei konnte das verhindern, wurde dabei jedoch massiv angegriffen. Mehrere hundert Beamte waren im Einsatz. Während der Partie wurde zudem in beiden Fanlagern Pyrotechnik gezündet, im Stadtgebiet kam es zu weiteren Straftaten. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe ermittelt. Sportlich gewann Dresden das Derby mit 2:1. Die Gewerkschaft der Polizei fand deutliche Worte: Wer Pyrotechnik werfe oder Einsatzkräfte angreife, habe jedes Recht verwirkt, sich Fan zu nennen. Auf Schalke rettet Rückkehrer Edin Dzeko dem Spitzenreiter mit einem späten Treffer ein 2:2 gegen Kaiserslautern. Der 39 Jahre alte Star-Import aus der Serie A traf nach seiner Einwechslung in der 87. Minute erst zum Anschluss, ehe Kenan Karaman für den 2:2-Endstand sorgte (90.). Zuvor hatte Ivan Prtajin die Gäste mit einem Doppelpack in Führung gebracht (61./84.).

Schalke bleibt damit Tabellenführer der 2. Liga, wartet aber auch nach dem zweiten Ligaspiel des Jahres auf den ersten Sieg in 2026. Vor 62 077 Zuschauern in der Schalker Arena wurde Dzeko in der 67. Minute eingewechselt. Mit ihm wurde das Schalker Offensivspiel deutlich gefährlicher. Ein sportliches Ausrufezeichen, das an diesem Spieltag jedoch klar im Schatten der Gewalt von Magdeburg steht.DPA, SID

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