Entspannt: Alexander Zverev beim On-Court-Interview mit Andrea Petkovic. © Molter/dpa
Melbourne – Alexander Zverev spielte einen letzten traumhaften Lob, dann lächelte er zufrieden ins Publikum: Dem Weltranglistendritten fehlen auf der Jagd nach seinem ersten Grand-Slam-Titel nur noch drei Siege bis zum großen Ziel.
Dank einer hochkonzentrierten Leistung erreichte Zverev das Viertelfinale der Australian Open. Er schlug den Argentinier Francisco Cerúndolo mit 6:2, 6:4, 6:4.
„Ich bin sehr happy mit dem Match. Um im Viertelfinale zu sein, musst du gut spielen, und die letzten Sätze von mir hatten ein hohes Niveau“, sagte Zverev und wagte eine kleine Kampfansage: „Ich habe die Hoffnung, dass ich die nächsten – hoffentlich – drei Matches noch besser spielen kann.“
In der John Cain Arena verwandelte Zverev nach 2:12 Stunden seinen Matchball und holte sich auf seinem Lieblingscourt auf der Anlage den Applaus ab. Der Hamburger zog damit zum fünften Mal in die Runde der besten acht in Melbourne ein – Boris Becker gelang das in seiner Karriere nur viermal. „Er hat heute hervorragend gespielt – vom ersten bis zum letzten Satz“, lobte der Eurosport-Experte.
Am Dienstag kommt es zum Duell mit US-Talent Learner Tien. Der 20-Jährige ließ dem Russen Daniil Medwedew beim 6:4, 6:0, 6:3 kaum eine Chance und zog erstmals in seiner Karriere in ein Grand-Slam-Viertelfinale ein. Im vergangenen Jahr waren Zverev und Tien zweimal aufeinandergetroffen: In Acapulco gewann Tien auf Hartplatz, bei den French Open siegte Zverev auf Sand.
Neben Zverev stehen auch Carlos Alcaraz und Novak Djokovic unter den letzten Acht. Der Spanier Alcaraz bewies gegen den US-Amerikaner Tommy Paul in den entscheidenden Phasen die besseren Nerven und siegte mit 7:6 (8:6), 6:4, 7:5. Er ließ sich auf seinem Weg ins Viertelfinale auch von einer rund 15-minütigen Unterbrechung wegen eines medizinischen Zwischenfalls auf der Tribüne nicht beirren.
„Ich habe ein gutes Spiel gemacht, das war von beiden Seiten hohes Niveau“, sagte Alcaraz nach einer ansehnlichen Partie. Nächster Gegner: Publikumsliebling Alex de Minaur.
Der serbische Rekord-Grand-Slam-Sieger Djokovic profitierte von der Aufgabe von Kontrahent Jakub Mensik (20).
Auch bei den Damen gab es einen Rückzieher – einen sehr prominenten dazu. Naomi Osaka sagte wegen einer Bauchverletzung ihr Spiel der dritten Runde gegen die Australierin Maddison Inglis ab. Bei ihren ersten beiden Auftritten hatte die Japanerin durch ihr Outfit und einen Zoff mit Sorana Cirstea für Aufregung gesorgt.
Auf Madison Keys (USA)wartet nach ihrem Sieg über dieeinstige Weltranglistenerste Karolina Pliskova (6:3, 6:3) ein spezielles Duell: Die Titelverteidigerin trifft im Achtelfinale auf ihre gute Freundin Jessica Pegula. SID