Hat Urbig das Zeug zum neuen Neuer?

von Redaktion

Nach dem Augsburg-Patzer gehen die Diskussionen wieder los – vor allem Hamann stänkert

Trainings-Trio: Torwarttrainer Michael Rechner mit seinen beiden Schützlingen Manuel Neuer (hinten) und Jonas Urig (re.). © Ruiz/Imago

München – Die sportliche Zukunft von Manuel Neuer ist weiter ungewiss. Verlängert der 39-Jährige seinen im Sommer auslaufenden Vertrag noch einmal um ein weiteres Jahr? Oder beendet der Kapitän des FC Bayern seine so erfolgreiche Karriere nach der Saison?

Klar ist: Die Fußstapfen, die Neuer hinterlassen würde, sind riesig. Und wohl auch für Jonas Urbig, seinen jungen Stellvertreter, noch zu groß. Nach dem Patzer des 22-Jährigen bei der ersten Bundesliga-Pleite der Bayern in dieser Saison am Samstag gegen den FC Augsburg (1:2) äußerte auch Didi Hamann seine Bedenken – und fällte ein knallhartes Urteil. „Du brauchst einen robusten Torhüter, auf den du dich verlassen kannst. Vielleicht kann der Urbig das irgendwann, aber ich habe Bedenken, ob er das schon nächste Saison könnte. Auf der Bank wirst du kein besserer Torhüter, die Erfahrung kriegst du nur im Spiel“, sagte der Ex-Bayern-Profi bei Sky.

„Sollte Neuer weitermachen, hat er in zweieinhalb Jahren kaum gehalten, wie soll das gehen? Ich glaube nicht, dass Urbig bei Bayern mal die Nummer eins werden kann.“ Im Winter 2025 wechselte Urbig für eine Ablöse von sieben Millionen Euro vom damaligen Zweitligisten 1. FC Köln zum FC Bayern. Beim deutschen Rekordmeister soll der talentierte Torhüter auf Sicht zum Nachfolger von Neuer aufgebaut werden. Bislang kam er 18-mal zum Zug. Hauptsächlich lernt er von Neuer im Training.

„Wir haben Jonas lange beobachtet und gesehen, dass er die Qualität hat, eine ähnliche Spielweise wie Manu umzusetzen. Zu Beginn haben wir viele Video-Analysen mit ihm gemacht, Szenen von Manu genauso wie von ihm. Im Training geht es dann darum, die taktische Arbeit zu vertiefen“, erklärte Bayerns Torwart-Trainer Michael Rechner im Gespräch mit dem Vereinsmagazin „51“. „Allein die tägliche Zusammenarbeit mit Manu macht Jonas besser. Das habe ich schon während meiner Zeit in Hoffenheim erlebt, wo Gregor Kobel aus der Jugend kam und sehr viel von Oliver Baumann gelernt hat. Und dazu kommt: Auch Jonas hat diesen eigenen Antrieb, sich ständig verbessern zu wollen. Das ist ein entscheidender Schlüssel.“

Aber reicht das? Laut Hamann hätte der FCB das Fragezeichen im Tor bereits im vergangenen Sommer lösen können.

„Ich hätte alles versucht, den Donnarumma zu holen. Sie haben für Upamecano 20 Millionen im Jahr hingelegt, sie haben für Musiala Unsummen ausgegeben und Verträge für utopische Summen verlängert, dann sollte das Geld für Donnarumma da sein. Das ist die wichtigste Position. Die Champions League wirst du nur gewinnen, wenn du eine Granate im Tor hast. Mit Donnarumma hättest du fünf oder sechs Jahre Ruhe auf der Position“, meinte Hamann.

Gianluigi Donnarumma (26) wechselte vor der Saison von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain für 30 Mio. Euro Ablöse zu Manchester City.P. KESSLER, V. TSCHIRPKE

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