TV-KRITIK

Jogi und die Handball-Bayern

von Redaktion

Experte Klein und Moderator Schlüter. © Screen: ARD

Um es mal auf den Punkt zu bringen: Dänemark ist der FC Bayern des Handballs. Der Stern des Nordens. Forever Number Øne. Aber die tapferen Augsburger haben gezeigt, dass es keine Unbesiegbaren gibt. Klappt das auch beim Handball? Kom så, Tyskland, scor et mål! Auf geht’s, Deutschland, wirf ein Tor! Oder 30! Wir haben den Juri Knorrs im Ersten Deutschen Fernsehen, im Første tyske fjernsyn, ganz genau zugeschaut.

Das Gedøns: Der diensthabende Handball-Moderator im Ersten heißt traditionell Alex – neuerdings aber Schlüter statt Bommes. Alex II. machte das Land heiß auf Handball: „Es ist wohl die größtmögliche Aufgabe, aber es winkt auch die größtmögliche Belohnung.“ Der Job-Hopper, früher bei DAZN und Amazon, hatte sachdienliche medizinische Tipps parat: „Wenn Sie jetzt keine Gänsehaut haben, gehen Sie vielleicht mal zum Dermatologen.“ Das Haareaufstellen hat Spaß gemacht im Circus Handballi-Galli. Motto des Spektakels: Dänen zeigen wir’s (am Ende leider doch nicht).

Der Æxperte: Dominik Klein blieb in der Hölle von Herning ruhig. Er analysierte: „Jetzt schwebt schon die La-Ola-Welle durch die Halle.“ Wer kennt sie nicht, die Schwebe-Welle? Wichtige taktische Erkenntnis vom Dominik: „Beim Handball kann man nicht auf Unentschieden spielen.“ Wollte auch keiner! Prima, dass die ARD in der Pause vor Ort blieb. Beim Plaudern mit unserer Vize-Weltmeisterin Katharina Filter analysierte Alex Schlüter den Dänen-Torwart treffend: „Emil Nielsen sieht aus wie ein breiterer Michel aus Lönneberga.“

Die Kømmentåtøren: Florian Nass und Jogi Bitter haben die Dänen-Schlagen-Kompetenz. Sie waren schon beim letzten deutschen EM-Sieg 2016 gegen den Nachbarn vor Ort. Kommentator Nass erinnerte sogar an die unvergessene Feldhandball-WM 1938, bei der er allerdings noch nicht am Start war. Er dichtete die Dänen-Hymne um: „Es gibt ein lieblich Land, das verdammt gut Handball spielt.“ Jogi war scho au aufgeregt, und schwärmte von seinem Torwart-Kollegen Nielsen aus Lönneberga: „Exorbitant geil!“ Das ARD-Duo war gut drauf, die deutschen Handballer waren gut drauf – aber Jogi Bitter musste in der zweiten Halbzeit dann doch erkennen: „Das ist nicht das Mittel der Wahl, Freunde.“ Der Stern des Nordens leuchtete wieder mal zu hell.

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