Der portugiesische Nationalspieler Miguel Neves (re.) hat mit einer kuriosen Aktion bei der Handball-EM für Wirbel gesorgt. Beim 35:35 im vorletzten Hauptrundenspiel gegen Norwegen schnappte sich der 25-Jährige während einer Auszeit kurz vor Schluss ein Tablet, um die Ansprache des norwegischen Trainers mitzuhören. Die kleine Spionage hatte Erfolg – Portugal blieb ohne Gegentor. „Ich habe drei Jahre lang in Norwegen gespielt und habe eine norwegische Freundin, daher spreche und verstehe ich Norwegisch. Ich habe versucht, mir einen kleinen Vorteil zu verschaffen und herauszufinden, was sie tun würden. Dann konnte ich die Abwehr vorbereiten“, sagte Neves beim dänischen Fernsehsender TV2Sport: „Ich finde das völlig fair. Meiner Meinung nach ist daran nichts auszusetzen.“ Die Europäische Handballföderation sieht das anders. Auf Anfrage der norwegischen Zeitung „Dagbladet“ teilte die EHF mit: „Seitens der EHF herrscht ein völliges Unverständnis dafür, dass solche Hilfsmittel, die Spieler und Trainer aus taktischen Gründen unterstützen sollen, auf diese Weise eingesetzt werden sollten. Wir halten dies weder für fair noch für im Interesse des Spiels.“TRAASDAHL/DPA