Müller-Wohlfahrt sei Dank

von Redaktion

Zverev greift nach erstem Grand-Slam-Titel, aber im Halbfinale wartet Alcaraz

Zum Zungeschnalzen: Zverev spielt gegen Alcaraz ums Australien-Open-Finale. © West/AFP

Der Gegner könnte leichter sein: Der Spanier Carlos Alcaraz hat im Turnier noch keinen Satz verloren. © Keep/AFP

Gut gelaunt. Zufrieden. Entspannt: Alexander Zverev freut sich auf sein achtes Melbourne-Halbfinale. © Yasin/afp

Melbourne – Alexander Zverev hat einen großen Traum. „Wenn es irgendwann mal einen Grand-Slam-Champion mit Diabetes gibt“, sagte der Hamburger nach seinem Halbfinaleinzug bei den Australian Open lächelnd, „dann bin ich die glücklichste Person der Welt – selbst wenn es nicht ich bin.“ Die Chance aber, dass eben doch Zverev selbst dieses Kunststück gelingt, wird in Melbourne immer größer.

Denn der Hamburger, der seit dem Alter von vier Jahren mit der Erkrankung lebt und eine Stiftung gegründet hat, spielt derzeit hervorragendes Tennis. Beim 6:3, 6:7 (5:7), 6:1, 7:6 (7:3) gegen den US-Amerikaner Learner Tien stellte er das erneut unter Beweis. Und so ist Zverev auch im Halbfinalduell gegen den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz am Freitag (Eurosport) nur leichter Außenseiter.

Der nimmersatte Spanier ließ in seinem Viertelfinale auch dem australischen Publikumsliebling Alex de Minaur beim 7:5, 6:2, 6:1 kein Chance und hat bisher noch keinen Satz im Turnier verloren – doch er ist so etwas wie Zverevs Lieblingsgegner unter den größten Namen. Die beiden stehen bei einer Bilanz von 6:6 in den direkten Duellen. 2024 etwa schlug Zverev Alcaraz bei den Australian Open in einem hochklassigen Viertelfinale.

„Ich fühle mich gut, ich spiele gut und ich bin glücklich auf dem Platz“, erklärte der Tokio-Olympiasieger, der zum zehnten Mal die Vorschlussrunde bei einem Grand Slam erreicht hat, und fügte an: „Natürlich hilft es immer, wenn man gewinnt.“

Gewonnen hat Zverev in Melbourne inzwischen schon fünfmal – und so fehlen auf dem Weg zur Erfüllung seines Lebenstraums nur noch zwei Schritte. Dass er sie diesmal wirklich gehen kann, daran glaubt inzwischen auch der letzte deutsche Grand-Slam-Sieger bei den Männern. „Das war wieder großer Sport von Sascha Zverev. In dieser Form kann er das Turnier gewinnen“, schwärmte Boris Becker bei Eurosport.

Zuvor hatte Zverev vor den Augen der dreimaligen Major-Siegerin Angelique Kerber auch Tien dank seiner Aufschläge und der neuen Vorhandstärke niedergerungen. Die extreme Nachmittagshitze auf der Anlage am Yarra River mit Temperaturen von bis zu 45 Grad hatte dabei keine entscheidenden Auswirkungen auf die Partie. Der Veranstalter hatte beschlossen, das Dach zu schließen und von Beginn an für angenehme und berechenbare Bedingungen zu sorgen.

Zverev nutzte das in der Anfangsphase zu seinem Vorteil. Der erste Satzgewinn nach 36 unaufgeregten Minuten war auch Zeugnis von Zverevs derzeitiger mentaler Stärke. Auch die körperliche Fitness, die der Vorjahresfinalist auch einem Besuch beim berühmten Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt verdankt, war erneut zu beobachten.

„Tatsächlich war ich beim Professor Müller-Wohlfahrt zum ersten Mal im Leben und der hat mir 77 Spritzen irgendwo reingesteckt und die haben, glaube ich, geholfen“, antwortete Zverev mit einem Grinsen, als er auf seinen Gesundheitszustand angesprochen wurde. Im Anschluss beantwortete er auch noch geduldig Fragen zu seiner Diabetes-Stiftung.

DPA, SID

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