Gegen Augsburg spielte Davies (re.) rechts hinten. © STEINSIEK/Imago
München – Die obligatorische Sponsoren-Wand für plakative TV-Bilder musste am Dienstag am Flughafen München nicht aufgebaut werden. Wo kein Abflug, da auch kein Interview mit einem der Bosse des FC Bayern – und das Team von Vincent Kompany wurde nun mal nicht im Erdinger Moos, sondern am 50 Kilometer entfernten Sonderflughafen Oberpfaffenhofen abgefertigt. In einem eigenen Flieger waren Manuel Neuer & Co. zuletzt mehrfach an die Spielorte der CL-Ligaphase gereist, ein anderer Flughafen aber war dann doch ein Novum. Und so mussten vor dem Spiel bei der PSV Eindhoven am heutigen Mittwoch (21 Uhr/DAZN) aus der Ferne darüber geurteilt werden, wer die beiden Propeller-Maschinen bestieg.
Der Fokus richtete sich dabei stark auf die Mitglieder der bayerischen Defensivreihe, die weiterhin – positiv ausgedrückt – stark dezimiert ist. Als „Ausrede“ wollte Max Eberl das Fehlen von Josip Stanisic (Kaspelverletzung), Konrad Laimer (Muskelfaserriss), Raphael Guerreiro (Wadenprobleme) und Sacha Boey (Infekt) zwar bei der ersten Liga-Pleite am Samstag gegen den FC Augsburg (1:2) nicht zählen lassen. Der Sportvorstand aber sagte: „Es ist ein Fakt.“ Man müsse da gerade „kreativ sein“ – und das klappt mal besser, mal schlechter.
Immerhin gibt Kompany bei einem Sorgenkind Entwarnung: Boey sei endlich wieder gesund. „Anfangen wird er noch nicht, aber das ist ein Glücksfall, dass er wieder fit ist. Das kommt zum richtigen Zeitpunkt für uns“, freut sich der Trainer, der am Samstag Not-Not-Rechtsverteidiger Davies aufstellen musste.
Bischof hatte es in Leipzig vor allem in der ersten Hälfte nicht viel souveräner gemacht, Guerreiro war gegen St. Gilloise vergangene Woche noch die beste Variante. Vor allem die Absenz von Laimer fällt stark ins Gewicht. Denn für den Österreicher gilt, was Joshua Kimmich über die ganze Mannschaft sagt: „Wir leben davon, dass viele Spieler auf vielen Positionen spielen können.“
Guerreiro musste daheim bleiben, es blieben Bischof und Davies. Und auch wenn die Aufgabe als Tabellenzweiter gegen den 22. vermeintlich machbar klingt, ist allen bewusst, dass Eindhoven gefährlich ist. Wer gegen Liverpool 4:1 gewinnt und die SSC Neapel mit 6:2 vom Platz fegt, kann definitiv Tore schießen. Hinzu kommen die eigenen Ziele: Platz zwei für die bessere Ausgangslage in der K.o.-Phase zu sichern – und die nötige „Reaktion“ (Eberl) zu zeigen. Egal, wer das Roulette auf Rechts für sich entscheidet.H. RAIF, M. BONKE, P. KESSLER