ZUM TAGE

Aktion statt Reaktion!

von Redaktion

Der Fall Upamecano

Manchmal lassen ein paar kleine Worte tief blicken. Genauso ein Moment hat sich am Dienstag in Eindhoven zugetragen. Als Vincent Kompany auf die Kaderplanung angesprochen wurde, verwies er auf „die da oben“. Viele Lacher, denn jeder wusste natürlich genau, wer gemeint war. CEO Jan-Christian Dreesen, aber vor allem die Herren Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge – die im Sommer mehrfach öffentlich platziert haben, was sie sich von Sportvorstand Max Eberl erwarten.

Um die Sache kurz zu halten: Verlängerungen, die sich im letzten Vertragsjahr ziehen wie Kaugummi, Mondgehälter, üppige Handgelder und Ausstiegsklauseln gehören nicht dazu. Und so kann es auch niemandem gefallen, was da seit bald einem (!) Jahr im Fall Dayot Upamecano passiert. Was im Februar 2025 mit der Schlagzeile „Verlängert Upamecano noch vor Kimmich?“ anfing, ist im nun laufenden finalen Akt mit einer Deadline bis Mitte Februar 2026 belegt worden. Nach einem finalen Angebot, für das sich die Verantwortlichen so weit streckten, dass es ihnen in Zukunft noch gut auf die Füße fallen kann.

Es ist ja kein Geheimnis, dass selbst in der tollsten Mia-san-mia-Gemeinschaft jeder auf die anderen schaut. Wieso ist Jamal Musiala Topverdiener? Wieso kriegt Alphonso Davies so viel Handgeld? Wieso hat(te) Harry Kane eine Ausstiegsklausel? Upamecano hat all diese Fragen gestellt – und mit Geduld und Pokerqualitäten das Maximum für sich herausgeholt. Denn mit Verlaub: 16 Millionen Euro Fixgehalt plus Boni, ein Handgeld von rund 20 Millionen und eine vergleichsweise niedrige Ausstiegsklausel von 65 Millionen in 2027 sind eine Menge Benefits für einen Mann, der als Abwehrboss unstreitig ist, aber auch erst unter Kompany zu Konstanz gefunden hat. Unterschreibt Upamecano aber (wovon man ausgehen darf), sind sie ab sofort der Maßstab.

Was man Eberl zugestehen muss: Er hat in diesem Fall früh angefangen – man kann ihn als „Altlast“ sehen. Trotzdem sollte das Motto ab sofort wieder agieren statt reagieren heißen. Denn „die da oben“ schauen genau hin, nach wie vor.

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