Bayer gegen BVB? Muss nicht sein

von Redaktion

Deutsches Playoff-Duell möglich – Bei Dortmund zeigt der internationale Trend nach unten

Kommt in Schwung: Bayers Malik Tillman. © dpa/Becker

Trostloses Spiel: BVB-Coach Niko Kovac. © AFP/SCHUERMANN

Dortmund/Leverkusen – Deutsche Wochen in der Champions League? In den Playoffs und im anschließenden Achtelfinale drohen den drei verbliebenen deutschen Clubs nationale Duelle mit kurzen Reisewegen. Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen bekommen ihre Playoff-Gegner am Freitag um 12.00 Uhr in Nyon zugelost. Für den FC Bayern München gibt es am Freitag noch keine Neuigkeiten. Eintracht Frankfurt war bereits ausgeschieden

Durch das 0:2 von Borussia Dortmund gegen Inter Mailand zum Vorrundenabschluss sind frühe deutsche Duelle möglich. Der BVB könnte in den Playoffs auf Bayer Leverkusen treffen, im Achtelfinale wäre ein Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern München möglich. Alternativ könnten für Dortmund Duelle mit Atalanta Bergamo (Playoffs) und dem FC Arsenal (Achtelfinale) gelost werden. Bayer hat in den Playoffs Olympiakos Piräus als zweiten möglichen Gegner, ehe es gegen Bayern oder Arsenal gehen würde

Bayer oder Bergamo – einen Wunschgegner hat Borussia Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl für die Playoffs der Champions League nicht. „Ehrlich gesagt ist es mir egal“, sagte der 45-Jährige. „Es gibt so viele Mannschaften in Europa und jetzt geht es vielleicht gegen Dortmund und dann möglicherweise Bayern. Ich finde es ein bisschen besonders, dass wir vielleicht gegen zwei deutsche Mannschaften in Europa spielen“, sagte Trainer Kasper Hjulmand nach dem souveränen 3:0-Sieg (überragend: 35-Millionen-Mann Malik Tillman als Doppeltorschütze) gegen einen harmlosen FC Villarreal. „Bei Dortmund haben wir die Reise nicht so weit, aber sonst habe ich da keinen Favoriten“, sagte Keeper Janis Blaswich. Sportchef Simon Rolfes hatte da schon konkretere Wünsche: „International spielst du lieber international als ein deutsches Duell. Ich glaube, die Dortmunder wünschen sich einen internationalen Gegner und wir auch.“

Nach einem zähen und fußballerisch erneut sehr biederen Auftritt beim 0:2 gegen Inter Mailand ist klar: Will der BVB ins Achtelfinale, muss er sich deutlich steigern. Der Trend in der Champions League ist alarmierend. Aus den letzten drei Partien der Ligaphase holten die Westfalen einen Punkt – beim enttäuschenden 2:2 gegen Bodö/Glimt. Dortmund gab eine gute Ausgangsposition leichtfertig aus der Hand und muss nun im Playoff-Rückspiel auswärts ran.

„Wenn du ins Achtelfinale willst, musst du egal wo und egal gegen wen gewinnen“, sagte Niko Kovac in erwartbarer Trainer-Manier. Gegen den FC Brügge oder Karabach Agdam und mit dem Rückspiel im eigenen Stadion wäre es aber wohl leichter. Kommt die Borussia weiter, geht es im Achtelfinale gegen den FC Bayern München oder den englischen Tabellenführer FC Arsenal.

Beim Blick auf die aktuelle Spielweise des BVB ist schwer vorstellbar, wie da das Viertelfinale möglich sein soll. Die neue Herangehensweise mit dem Fokus auf defensive Stabilität genügt in der Bundesliga für eine richtig starke Bilanz. Dortmund hat nach 19 Spielen 42 Punkte und wird wohl souverän erneut in die Königsklasse einziehen. Gegen internationale Größen reicht es aber offenbar nicht. Dem Revierclub fehlen derzeit Spieler, die international den Unterschied machen, eine Partie alleine entscheiden können. Und mögliche Neuzugänge stehen kurz vor Transferschluss am Montag nicht auf dem Zettel.DPA

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