Der Sport nach der Feuerhölle

von Redaktion

Ski-Weltcup in Crans-Montana nur Nebensache

„Unsere Gedanken sind bei Ihnen“: Die Tragödie aus der Silvesternacht prägt das Bild während des Weltcups. © Coffrini/AFP

Crans-Montana – Eigentlich war eine fröhliche Ski-Sause geplant. Mit drei Rennen und Partys drumherum wollte Crans-Montana die alpinen Athletinnen und Athleten Richtung Olympia verabschieden. Zugleich sollte ein Vorgeschmack her für die WM 2027 im Schweizer Kanton Wallis. Nach der Feuerkatastrophe aus der Silvesternacht mit 40 Toten aber ist in Crans-Montana nichts mehr, wie es war.

Trotzdem entschieden sich die Organisatoren dafür, die Rennen auszutragen. „Der Ort braucht diese Rennen“, sagte der Gemeindepräsident Nicolas Féraud. Die Menschen bräuchten positive Energie und die Möglichkeit, sich in großer Zahl zu versammeln. Die Trauer der Angehörigen der Opfer solle auch während der Weltcup-Rennen respektiert werden.

Den Schweizer Ski-Lokalmatadoren stehen emotional schwere Tage bevor. „Wir leiden alle mit“, sagte Justin Murisier vor der Männer-Abfahrt am Sonntag. Die Speed-Frauen sind schon heute mit der Abfahrt dran, am Samstag steht für sie auch noch ein Super-G auf dem Programm. „Es gibt kaum Worte, um meine Gefühle nach dieser Katastrophe zu beschreiben“, hatte Malorie Blanc schon Anfang Januar erzählt. Die beiden kommen aus der Nähe von Crans-Montana.

Nach dem Brand in einer Bar, der 40 Menschen tötete und mehr als 100 zum großen Teil schwer verletzte, hatte es Stimmen gegeben, die eine Absage forderten. Die Veranstalter hielten an den Wettkämpfen fest, strichen aber sämtliche Party-Events im Ortskern. Es werde „ein dezentes Rahmenprogramm geben, mit Momenten und Gesten des Schweigens und Gedenkens“, hieß es.

Die Sportlerinnen und Sportler müssen indes versuchen, all das auszublenden. „Das Leben geht weiter“, sagte Abfahrer Murisier und meinte damit, dass man mit dem Schmerz umgehen muss, aber deswegen nicht stehen bleiben darf. Sein Trainer Reto Nydegger ergänzte mit Blick auf den Sport: „Vielleicht hilft das den Leuten dort irgendwie, ein bisschen zur Normalität zurückzufinden.“DPA

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