Drei mal drei, oben dabei!

von Redaktion

Löwen-Ziel: Neun Punkte gegen Aachen & Co. – für ein Gipfelduell mit Rostock am 22.2.

Bereit für die Gipfeltour: Markus Kauczinski will mit 1860 hoch hinaus. © IMAGO

München – Was haben erfahrene Fußballtrainer mit Bergsteigern gemeinsam? Sie teilen sich eine Saison resp. eine Aufstiegsmission in überschaubare Etappen ein. 1860-Coach Markus Kauczinski, hörbar nicht im alpinen Raum sozialisiert, beschrieb seine geplante Gipfeltour mit einer Metapher: „Es bringt mir nichts, auf das Bergkreuz zu schauen, wenn ich noch so viele Etappen vor mir habe.“ Die Botschaft, vor dem Rückrundenstart bei „Heute im Stadion“ (BR) geäußert, ist in Giesing angekommen.

Das Fernziel kennt jeder bei 1860. Der Weg dorthin ist steinig. Aber die nächsten drei Schritte wirken zumindest auf dem Papier machbar: Aachen, Stuttgart II und Havelse. Drei vermeintlich leichte Gegner, gegen die Kauczinski möglichst viele Punkte sammeln will. Das Zwischenziel ist klar: Hansa Rostock am 22. Februar auf Augenhöhe empfangen. Neun Zähler sind bis zum 14. Februar zu vergeben – die Löwen biegen mit sechs Punkten Rückstand auf Rostock (Platz vier) und den Relegationsplatz (Verl) in die nächste Saisonphase ein. Kevin Volland beschreibt die Marschroute nüchtern: „Wir müssen schauen, dass wir so lange wie möglich in Schlagdistanz bleiben und weiter hart arbeiten.“

Eine sinnvolle Etappeneinteilung nach zwei wechselhaften Phasen. Zunächst der ertragreiche Advents-Viererpack mit der Maximalausbeute gegen Saarbrücken, Ulm, Schweinfurt und Ingolstadt. Danach eine schwierige Strecke ohne den verletzten Sigurd Haugen: nur zwei Punkte, dafür beherzte Auftritte gegen Verl, Essen und Osnabrück. Als Nächstes also drei Kräftemessen mit den Teams von Platz 15, 11 und 19.

In der Hinrunde holten die Löwen gegen Aachen und Stuttgart II jeweils ein 1:1, gegen Havelse einen späten Zittersieg (3:2). Fünf Punkte, damals noch unter Patrick Glöckner. Diesmal führt in Kauczinski ein aufstiegserfahrener Bergführer die Gruppe – und da sollte die Ausbeute üppiger ausfallen. Sieben bis neun Punkte beim Zwischenspurt bis zum Valentinstag – das wäre der Plan, damit gegen Rostock, kurz nach Aschermittwoch, nicht schon alles vorbei ist.

Eine Herangehensweise, mit der sich auch Volland anfreunden kann. Kaum einer kennt den Verein länger und besser. „Ich glaube, es ist immer ein Vorteil, wenn du in der Verfolgerposition bist“, sagte der Offensivstar bei MagentaSport. „Ich habe das Gefühl, dass uns das ein bisschen besser tut, als wenn wir etwas zu verlieren hätten. Die Erwartungshaltung ist extrem, vielleicht auch ein bisschen zu hoch.“

Ob Rostock am 22.2. zum echten Gipfeltreffen wird, entscheidet sich in den nächsten 15 Tagen. Volland weiß, dass auch vermeintliche Flachetappen ihre Tücken haben. „Die Liga ist schwer, die anderen Mannschaften machen es auch gut. Selbst Gegner, die wie Schweinfurt oder Havelse hinten stehen, verlangen uns alles ab. Das macht die Liga so schwierig – und zugleich so ausgeglichen.“

Am Ziel dürfte trotzdem keiner rütteln. Die Hochrechnung bis Rostock liegt auf der Hand: Drei Spiele, drei Siege – und der Aufstieg ist wieder in Reichweite.ULI KELLNER

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