Letzter Auftritt: Goretzka saß in Eindhoven nur auf der Bank. © Andre/IMAGO
Eindhoven – Max Eberl hat die Tür für einen Winter-Wechsel von Leon Goretzka weit aufgemacht. „Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Es gibt da noch keine Entscheidungen, die gefallen sind. Dementsprechend muss man sich auch an seiner Stelle Gedanken über die Zukunft machen, weil man nicht weiß, wie es weitergeht. Deswegen ist für mich alles fein“, sagte der Sportvorstand des FC Bayern nach dem 2:1 gegen PSV Eindhoven.
Goretzka hatte sich in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der „Zeit“ offen für einen Wechsel vom FC Bayern gezeigt. „Ich finde es spannend, im Verlauf meiner Karriere ins Ausland zu gehen“, betonte der Mittelfeldspieler. In München fühle er sich „in einer Komfortzone“, erklärte der 2018 von Schalke zum Rekordmeister gewechselte Profi: „Ein Schritt raus wäre auch ein Schritt für meine Persönlichkeitsentwicklung. Etwas Neues kennenzulernen, das würde auch mein Leben bereichern.“
In der Vergangenheit äußerte sich Goretzka – meist in enger Abstimmung mit PR-Berater Raphael Brinkert – stets bewusst medienwirksam. Und auch hier kommen die platzierten Aussagen just in jenem Moment, in dem das konkrete Interesse von Atlético Madrid öffentlich geworden ist.
Die Spanier suchen dringend Ersatz für Conor Gallagher, der vor zwei Wochen für rund 40 Millionen Euro Ablöse zu Tottenham gewechselt war. Für Goretzka soll Atlético laut „Marca“ nun ein Angebot in Höhe von rund drei Millionen Euro abgegeben haben. Zudem würden sich die Bayern knapp achteinhalb Millionen Euro Gehalt des bald 31-jährigen Ergänzungsspielers sparen.
„Ich weiß, dass ich morgen Früh aufstehe und dann irgendwann ein Gespräch haben muss mit Max Eberl oder Christoph Freund, dass wir uns austauschen über den Kader“, sagte Trainer Vincent Kompany nach dem letzten Spiel in der Ligaphase der Champions League. „Es geht nicht um meinen Willen. Es geht darum: Was ist wichtig für Leon, was ist richtig für den FC Bayern, was ist richtig für die Mannschaft.“ Die Münchner können einen Abgang von Goretzka offenbar verkraften.PK, BOK