Trifft verlässlich: Kane steht bei acht Toren. © Andre/IMAGO
Wird stetig besser: Bischof. © Andre/IMAGO
Ein Haufen voller Selbstvertrauen: Die Bayern haben keine Angst – und freuen sich auf „einige K.o.-Spiele“. © IMAGO
Eindhoven – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – das gilt auch für die Führungsriege des FC Bayern. Nach dem 2:1 (0:0) in Eindhoven wurde beim traditionellen Champions-League-Bankett am sogenannte Bosse-Tisch mit der Nummer sieben im Hotel Van der Valk freilich auch über den potentiellen Achtelfinal-Gegner im März diskutiert: Lieber das vermeintlich leichteste Los Olympiakos Piräus? Oder die Vormachtstellung im deutschen Fußball gegen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen auf internationalem Parkett zementieren? Den unbequemsten Weg gegen Atalanta Bergamo würde man in München wohl lieber umgehen. „Ich bin schon sehr gespannt, wo wir dann hinfliegen oder hinfahren dürfen“, sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen bei seiner Bankett-Rede und frohlockte: „Aber das Wichtigste: Mit dem zweiten Platz haben wir das Heimrecht für alle Rückspiele der K.-o.-Phase. Und wir werden hoffentlich einige K.-o.-Spiele erleben.“
Auch wenn es keiner der Bayern-Protagonisten auf und abseits des Platzes ausspricht: Das Königsklassen-Endspiel am 30. Mai in Budapest ist das große Ziel von Chefcoach Vincent Kompany und seinem Team. Das Münchner Selbstbewusstsein ist im Vergleich zur vergangenen Champions-League-Saison gewachsen – und zwar berechtigt. „Wenn uns das einer gesagt hätte vor einem Jahr, dass wir mit dem zweiten Platz in dieses Achtelfinale einziehen, hätten wahrscheinlich viele Zweifel geäußert. Wir haben letztes Jahr gesehen, wie schwierig diese Ligaphase, wie anspruchsvoll dieses neue Format ist“, so der CEO.
Eine Extra-Runde wie im Vorjahr bei Celtic Glasgow wollten die Münchner unbedingt vermeiden – das ist mit Bravour gelungen. Warum? „Wir haben heute wieder eine Mannschaft gesehen – auch in einer Startaufstellung, die zeigt, dass unser Trainer allen in dieser Mannschaft vertraut –, die als Team überzeugt, wo jeder für jeden kämpft“, schwärmte Dreesen: „Erfolg folgt. Erfolg folgt eurer Qualität, eurer Bereitschaft, eurer Disziplin und diesem aufopfernden Arbeiten für jeden Einzelnen.“
Der Ober-Bayer gibt seiner Mannschaft mit dieser Wortwahl unterbewusst einen Arbeitsauftrag mit auf den K.o.-Runden-Weg: Bloß nicht nachlassen! Vor allem ein mögliches Achtelfinal-Aus gegen die nationale Konkurrenz aus dem Westen der Fußball-Republik wäre für das bayerische Selbstverständnis in dieser Saison katastrophal. „Es geht weiter darum zu zeigen, dass wir Stabilität haben, dass wir auch reagieren, wenn wir mal verlieren. Es ist noch etwas zu früh in der Saison, um eine konkrete Aussage zu treffen. Aber: Diese erste Phase in der Champions League haben wir gut gemacht.“
Für die entscheidende Phase ab März hofft man dann auf einen kompletten Kader, der verletzungsfrei bleibt. „Jetzt kommen die entscheidenden Spiele und es ist wichtig, dass wir unser Level wieder einen Tick hoch bringen für diese Matches“, fordert etwa Comeback-Torschütze Jamal Musiala. Der Rückkehrer hat Bock, endlich seinen Teil dazu beizutragen, mit Bayern die Königsklasse zu gewinnen.M. BONKE