Da sich im Fußball alles so schnell weiterdreht, eine kurze Erinnerung: Es ist noch keine zwei Jahre her, dass sich Fans, Experten und solche, die es sein wollen, darüber echauffierten, dass die Champions-League-Vorrunde revolutioniert wird. Mehr Teams, mehr Spiele, Tabellen-Chaos – ja, spinnen die da oben eigentlich nur noch?! Nun ja. Wer sich diesen letzten Spieltag der zweiten Ausgabe dieser sogenannten Liga-Phase am Mittwochabend reingezogen hat, dürfte sich schon gut unterhalten gefühlt haben. Tabellarische Wechsel im Minutentakt und das große Finale in Lissabon als krönender Abschluss. Als vermeintlich alles entschieden war, traf Benfica-Torwart Anatoliy Trubin im einzig noch laufenden Spiel zum Einzug in die Playoffs. Mehr Drama geht kaum.
Benfica ist also dabei, 23 andere auch – und aus deutscher Sicht lässt sich sagen: Das, was seit September auf europäischem Parkett passiert ist, ist wenig überraschend. Kriselnden Frankfurtern ist die Königsklasse eine Nummer zu groß, Dortmund und Leverkusen gehören zum Mittelmaß und die Bayern mausern sich im zweiten Jahr unter Vincent Kompany zu einem Titelfavoriten. Blöd nur, dass schon jetzt klar ist, dass auf dem Weg zum Finale von Budapest am 30. Mai das Los- und Tabellenglück nicht mit den Deutschen sein wird. Womöglich kegelt Bayer oder der BVB den jeweils anderen schon in den Playoffs raus. Aber selbst, wenn die Losfee am Freitag ein deutsches Herz haben und Piräus und Bergamo als Playoff-Gegner hervorbringen würde, würden im Achtelfinale auf eins der beiden Bundesliga-Teams die Bayern warten. Schon wieder!
Im Vorjahr machte der Rekordmeister bekanntlich mit Leverkusen im Achtelfinale kurzen Prozess, ehe es im Viertelfinale ihn selbst (Inter) und den BVB (Barcelona) erwischte. Ein historisch schlechtes Abschneiden für Deutschland – aber mal ehrlich: Heuer wird es qua Turnierbaum auch nicht allzu viel besser aussehen können. In diesem Punkt wäre die Kritik – anders als mit Blick auf die unterhaltsame Ligaphase – angebracht: Nationale Duelle gab es „früher“ erst ab dem Viertelfinale. Und das war auch gut so.