Der nächste Schock

von Redaktion

Ausgerechnet Crans-Montana: Olympia-Favoritin Vonn heftig gestürzt – Rennabbruch

Lindsey Vonn stürzte in Crans-Montana © Screen/ZDF

Im Ziel herrschte noch Unklarheit. © Coffrini/AFP

Crans-Montana – Lindsey Vonn kniff die Auge zusammen und fiel ihrer Teamkollegin Jacqueline Wiles in die Arme. An der Schulter ihrer Freundin gab die schwer gestürzte Speed Queen einen kurzen Lagebericht ab, dann verschwand sie humpelnd und mit schmerzendem Knie im Untersuchungszelt – und von der Skibühne? Nach Vonns Unfall bei der später abgebrochenen Weltcup-Abfahrt im Schweizer Unglücksort Crans-Montana nur neun Tage vor Olympia bangt die Szene um ihren Superstar.

„Wir sind nicht ganz sicher, sie wird jetzt untersucht“, sagte Vonns Trainer Aksel Lund Svindal im ORF über die 41-Jährige. Sie habe „ein bisschen Schmerzen im linken Fuß und linken Knie“ gehabt, „aber ich bleibe positiv“, ergänzte der frühere Weltklasse-Abfahrer.

Vonn blieb anfangs schwer atmend im Schnee liegen, konnte nach längerer Behandlungszeit aber selbstständig zu Tal fahren. Unterwegs blieb sie jedoch mehrmals stehen und hielt sich ihr linkes Knie. Dort habe sie sich verletzt, schrieb Vonn später bei Instagram. Die Teilprothese, die ihr die erfolgreiche Rückkehr in den Weltcup ermöglicht hatte, hat sie rechts.

Vor Vonn, die mit der Startnummer sechs auf die anspruchsvolle Piste „Mont Lachaux“ gegangen war, stürzten bereits zwei weitere Athletinnen. Die Österreicherin Nina Ortlieb kam mit einem „blauen Fleck am Kinn“ davon, wie sie erzählte. Marte Monsen (Norwegen) musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden.

Weil die Sicht auf die unruhige Piste wegen Schneefalls immer schlechter wurde, wurde das Rennen nach Vonns Sturz abgebrochen. Die Athletinnen im Startbereich, darunter Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann, reagierten mit großem Unverständnis. Renndirektor Peter Gerdol hielt dem entgegen: „Wir wollen keine Verletzungen haben.“

Über dem Rennwochenende liegt ein Schatten, der Weltcup steht ganz im Zeichen der Brandkatastrophe von Crans-Montana am 1. Januar. Der Zielbogen ist in Schwarz gefärbt, es gibt keine Partys, die Sponsoren verzichten auf ihre Werbeflächen, auf den Banden wird der Opfer gedacht: „Unsere Gedanken sind bei euch.“

Vonn bedankte sich für die große Unterstützung, sprach kryptisch von einem „schwierigen Ergebnis“, erklärte ihren olympischen Traum aber nicht für beendet. „Wenn ich weiß, wie etwas geht, dann wie ein Comeback funktioniert“, schrieb sie.SID

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