Bayern & Kane (oben) können im Achtelfinale auf den BVB oder Bayer treffen. © Fassbender, Kienzle/afp, Becker/dpa
Umweg über die Playoffs: Auf Dortmund um Flügelflitzer Karim Adeyemi wartet Atalanta Bergamo. © Fassbender/AFP
Bereit für den ganz großen Wurf? Bayerns Harry Kane und Michael Olise (r.) präsentieren sich in Topform. © Kienzle/AFP
München – Deutsche Wochen in der Champions League? Dieses Szenario blieb aus Sicht der Fußball-Fans zum Glück vorerst aus. In den Playoffs der Königsklasse kommt es nicht zu einem Duell zweier Bundesligisten. Borussia Dortmund trifft in der Qualifikationsrunde für das Achtelfinale auf Atalanta Bergamo. Bayer Leverkusen bekommt es mit Olympiakos Piräus zu tun. Aus Sicht von Didi Hamann keine allzu großen Hürden.
„Dortmund war bisher relativ solide. Unter Trainer Niko Kovac ist der BVB stabil. Bergamo sollte machbar sein. Das ist die angenehmere Aufgabe als Leverkusen. Auf die hätten sie ja auch treffen können“, sagte der Sky-Experte, der 2005 mit dem FC Liverpool den Henkelpott gewinnen konnte, zur tz.
Auch Leverkusen „muss es packen“, meint Hamann. „Obwohl Olympiakos auswärts eine heiße Kiste ist. Ich habe dort selbst 2004 mit Liverpool gespielt und sogar 0:1 verloren. Das ist mit das einschüchternste Publikum, das es gibt. Aber daran müssen die jungen Leverkusener wachsen.“
Das Fazit des Fachmanns: „Ich glaube, dass beide deutschen Mannschaften weiterkommen.“
In diesem Fall wäre ein Bundesliga-Duell im Achtelfinale der Königsklasse sogar fix. Dann nämlich wartet der FC Bayern auf Dortmund oder Leverkusen. Der Rekordmeister hatte sich als Tabellenzweiter in der Liga-Phase hinter dem FC Arsenal direkt für die Runde der besten 16 Vereine qualifiziert. Von der K.-o.-Phase an sind in der Champions League alle Paarungen möglich. Heißt: Die Vereine können erneut auf Vorrunden-Gegner treffen – oder eben auch auf Teams aus dem gleichen Land. Dass dies schon so zeitig passieren kann, stört nicht nur viele Fans, sondern auch die Protagonisten selbst. So gab Leverkusen-Coach Kasper Hjulmand beispielsweise klar zu verstehen, wie groß seine Lust auf innerdeutsche Europacup-Abende ist. Es gebe doch „so viele internationale Mannschaften im Wettbewerb …“, rief er Mittwochnacht aus.
„Natürlich wäre es besser, wenn man diese nationalen Duelle nicht schon so früh im Wettbewerb hätte. Aber irgendwann hätte es sowieso passieren können“, findet Hamann, der das Positive sieht: „Das Gute an diesen Spielen ist, dass zumindest ein deutscher Verein weiterkommt.“
Die besten Chancen darauf hätten die Münchner. „Die Bayern sind gegen jede dieser Mannschaften im Achtelfinale Favorit. Aber Leverkusen wäre aus meiner Sicht die angenehmere Aufgabe als Dortmund“, meint Hamann. Schon in der Vorsaison warf der FCB die Werkself im Achtelfinale souverän aus der Champions League (3:0, 2:0). Auch in der Bundesliga-Hinrunde gewann der FC Bayern mit 3:0 gegen Bayer. Verfolger Dortmund (acht Punkte Rückstand) besiegten die Tabellenführer von Trainer Vincent Kompany in dieser Spielzeit hingegen im Oktober nur knapp mit 2:1.
Der Weg zum Champions-League-Finale am 30. Mai in der ungarischen Hauptstadt ist noch lange. Stand jetzt sind für Hamann „Arsenal, PSG und die Bayern die Favoriten“ auf den begehrten Pokal mit den großen Ohren. „Sie stehen eine Stufe über den anderen. Aber alle Engländer muss man auch auf der Rechnung haben“, betont der 52-Jährige. Die Spanier dürfe man ebenfalls nicht abschreiben.P. KESSLER, V. TSCHIRPKE