Mit Pesic zum Schrecken der Favoriten

von Redaktion

Bayern-Baskets siegen in Tel Aviv

Hinein ins Glück: Andreas Obst und Kollegen ließen Hapoel vor allem in der zweiten Halbzeit ohne Chance. © Stickel

Tel Aviv – Die israelische Fangemeinde hatte irgendwann genug gesehen. Schon Minuten vor der Schlusssirene leerte sich die Arena von Tel Aviv. Zu groß war der Frust über die Chancenlosigkeit des Nun-nicht-mehr-Euroleague-Tabellenführers Hapoel Tel Aviv. Am Ende stand ein 79:64 des FC Bayern, das Kapitän Vladimir Lucic mit einem Lächeln quittierte: „Wir waren bereit zu kämpfen.“

Und die Fragezeichen in Basketball-Europa werden immer größer. Wie kann es sein, dass ein restlos verunsichertes Ensemble binnen weniger Wochen zum großen Favoritenschreck wird? Panathinaikos Athen, Valencia und nun auch Hapoel Tel Aviv ließen die Münchner trotz massiver Krankheits- und Verletzungssorgen stolpern.

Glaubt man Isaiha Mike, dann ist die Rückbesinnung aufs Wesentliche ein gewichtiger Grund. Unter Svetislav Pesic heißt das Grundprinzip: Volle Konzentration auf die Defensive. Und nach vorne wird man dann schon Lösungen finden. „Ich denke, wir haben das sehr gut gemacht“, sagte der, seit Wochen bärenstarke Kanadier, der in Tel Aviv zum „Man of the Match“ gekürt wurde. Haben sie in der Tat. 64 Punkte blieben dem Eurocup-Sieger. Einzig in Piräus (58) wurde die Offensivmaschine um 6-Millionen-Regisseur Vasilije Micic in dieser Saison noch kälter gestellt. Und nach vorne? Zahlte sich in Tel Aviv der Zukauf von Nenad Dimitijevic aus. Der Nord-Mazedonier ist zwar noch längst nicht in der körperlichen Verfassung, die sich Pesic vorstellt, doch bei Hapoel war auch er einer der Besten.

Hinzu kommt: Unter Trainer-Rückkehrer Pesic kam auch merklich Zug in die nationalen Auftritte der Bayern. Einzig gegen Bonn holperte man, zuletzt hab es ein 98:79 im Topspiel gegen Würzburg. Für Pesic ein wesentlicher Faktor. „Wir spielen sehr gut in der Bundesliga“, sagte er, „das ist gut für das Selbstvertrauen.“ Unter Vorgänger Gordon Herbert war den Bayern das nicht gelungen. Die bislang einzige BBL-Niederlage zu Saisonbeginn bei Alba Berlin nahm man, im Sandwich der Euroleague-Partien gegen Olympiakos Piräus und Real Madrid, billigend in Kauf.

Das dürfte Ulm in der Finalrevanche am Sonntag (18 Uhr) im BMW Park nicht zu erwarten haben. Den richtungweisenden Euroleague-Doppelschlag gegen Paris und Monaco nimmt Pesic erst ab Sonntag Nacht ins Visier.RP

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