Was ist da los beim HSV?

von Redaktion

Kuntz-Schlammschlacht und Dompé-Chaos

Kuntz wehrt sich gegen die Vorwürfe. © Charisius/DPA

Hamburg – Während sich der Hamburger SV sportlich einigermaßen stabilisiert hat und mit einem Nachholspiel in der Hinterhand auf Platz 14 der Bundesliga-Tabelle steht, brodelt es hinter den Kulissen.

Gleich zwei Fälle beschäftigen die Bosse des HSV – und beide sind auf ihre jeweilige Art extrem heikel. Zunächst einmal wurde Anfang des Jahres bekannt, dass sich der Verein und sein damaliger Sportvorstand Stefan Kuntz trennen. In der am 2. Januar veröffentlichten Mitteilung hieß es, die Trennung erfolge aus „familiären Gründen“ – was einen Trauerfall oder private Einschnitte insinuiert und weitere Nachfragen quasi unterbindet.

Kurz darauf wurde aber öffentlich, dass Belästigungsvorwürfe mehrerer Frauen der wahre Grund für die Entlassung waren. Es handelte sich dabei wohl um verbale Belästigung, unangemessene Berührungen und Anzüglichkeiten. Kuntz weist die Vorwürfe allesamt zurück. Der HSV ließ die Anschuldigungen jedoch von einer externen Anwaltskanzlei prüfen, nachdem die Vorwürfe von dieser als glaubwürdig eingestuft wurden, wurde die Trennung beschlossen.

Daraufhin entwickelte sich eine öffentliche Schlammschlacht: Kuntz teilte in der „SZ“ mit, vom HSV unter Druck gesetzt worden zu sein – und der Verein reagierte darauf ebenfalls öffentlich und bezeichnete seine Anschuldigungen als „nachweislich unwahr“.

Doch damit nicht genug: Vor dem anstehenden Duell mit dem FC Bayern verkündete der Verein am Donnerstag, seinen Angreifer Jean-Luc Dompé suspendiert zu haben. Der 30-Jährige geriet in eine Polizeikontrolle, nachdem er mit seinem Auto über Rot gefahren sein soll. PK, VT

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