Geht Bayern die Puste aus?

von Redaktion

Der zweite Bundesliga-Patzer in Folge sorgt für Ärger bei den Münchnern

Bedient: Trainer Vincent Kompany. © sampics

Auch Jamal Musiala hatte zu kämpfen. © sampics

„Wir dürfen jetzt nicht jammern“: Bedient schauten die Bayern-Stars trotzdem nach dem Remis in Hamburg. © sampics

Wieder mal ein Rückstand: Fabio Viera traf per Elfmeter für den HSV. © Sampics

München – Es halfen nicht mal die Worte von Horst Hrubesch. Die HSV-Legende wartete nach dem 2:2 des FC Bayern beim Hamburger SV in den Katakomben des Volksparkstadions auf die Münchner Spieler und ihren Trainer, um ihnen Lob für die bisherige Saison auszusprechen.

Vincent Kompany bekam dabei warme Worte für die oft spektakuläre Spielweise des Rekordmeisters und freute sich sichtlich über den kurzen Austausch mit der DFB-Legende, danach ging die Laune aber wieder runter. Zufrieden war nach dem unglücklichen Remis beim HSV, das den zweiten Patzer in der Bundesliga in Folge bedeutete, nämlich niemand.

Bei eisigen Temperaturen um den Gefrierpunkt herum hatte der FCB zuvor schließlich einen 0:1-Rückstand (34., verwandelter Elfmeter von Fabio Viera nach Foul von Joshua Kimmich) auf beeindruckende Art und Weise gewendet und war nach Treffern von Harry Kane (42.) und Luis Diaz (46.) eigentlich auf der Siegerstraße.

Dann entglitt dem Rekordmeister aber die Partie, Hamburg glich in Form von Luka Vuskovic (52.) aus und hatte im Anschluss zahlreiche Chancen auf den Siegtreffer. Dabei wirkte der FCB insgesamt etwas ausgelaugt und als ob den Spieler ein paar Prozentpunkte fürs Leistungsmaximum fehlten – ein Resultat der kräftezehrenden letzten Wochen? „Wir haben einen sehr harten Monat hinter uns“, erklärte Max Eberl nach der Partie mit Blick auf die sieben Spiele in den vergangenen 20 Tagen. „Und das ist gerade eine Phase, da müssen wir durch und der müssen wir uns stellen. Wir sind froh, dass der Januar vorbei ist.“

Tatsächlich wird der Februar nun aus Münchner Sicht etwas entspannter, durch die direkte Qualifikation fürs Champions-League-Achtelfinale spart sich der Rekordmeister zwei Englische Wochen, in denen die Playoffs ausgetragen werden. Und auch bis zum Spitzenspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) hat die Kompany-Elf nun endlich wieder eine volle Trainingswoche Zeit, um sich zu regenerieren und vorzubereiten. „Wir sind durch den Monat jetzt durch und können eine Woche die Akkus aufladen. Physisch sind wir voll da, aber für den Kopf ist das jetzt gut.“ Nachdem der Bundesligatitel zuletzt quasi sicher schien, könnte nun aber wieder neue Spannung in den Titelkampf kommen.

Bei einem Sieg des BVB gegen Heidenheim am Sonntag (nach Red.-Schluss) wäre der Vorsprung an der Tabellenspitze auf sechs Punkte reduziert. Das ist freilich immer noch ein komfortables Polster, erhöht aber den Druck: Eigentlich war es Teil des Münchner Plans, in den entscheidenden Wochen im DFB-Pokal und vor allem der Champions League weniger Energie in der Bundesliga lassen zu müssen und dort etwas durchrotieren zu können. Das wird nach dem 2:2 gegen den HSV jetzt wieder schwieriger.

„Wir dürfen jetzt nicht jammern. Die Saison ist noch lang, es gibt keinen Grund, nervös zu werden“, beruhigte Harry Kane.VINZENT TSCHIRPKE

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