Leipzig behäbig, Mainz dankt

von Redaktion

Wieder kommt RB mit einem Rückstand nicht klar – Raum patzt

2:1-Sieg in Leipzig, da darf man schon mal triumphieren: Die Mainzer Philipp Tietz (l.) und Nadiem Amiri feiern den Gewinn dreier wichtiger Punkte im Abstiegskampf. © dpa/Jennifer Brückner

Leipzig – In der Analyse war man sich immerhin einig. Nach dem trägen 1:2 gegen den FSV Mainz 05 redeten Spieler und Trainer von RB Leipzig Klartext. „Wir müssen schauen, dass wir das ansprechen, dass wir aufwachen“, sagte Kapitän David Raum. „Wir müssen wieder klarer werden, Spiele gewinnen und Punkte holen.“

Nur ein Punkt aus zwei Spielen gegen Abstiegskandidaten – zuvor gab es ein 1:1 beim FC St. Pauli – ist nichts, was den Leipziger Ansprüchen auch nur annähernd gerecht wird. Seit dem 6:0 gegen Frankfurt am Nikolaustag geht die Entwicklung der Mannschaft – wohlwollend betrachtet– seitwärts. Sechs Punkte aus sieben Spielen stehen seitdem zu Buche.

Es ist nicht nur die Behäbigkeit, mit der Leipzig das Spiel gegen Mainz in der ersten Stunde bestritt. Vielmehr erweckt es den Eindruck, als sei der Glauben an das eigene Spiel ein wenig verloren gegangen. „Das war mit Abstand unser schlechtestes Spiel in dieser Saison“, befand Abwehrchef Willi Orban.

Und der Routinier trug einiges zu dem vorläufigen Tiefpunkt bei. Kurz nach der Halbzeit ließ ihn der Mainzer Angreifer Silas wie eine Slalomstange stehen, schüttelte noch zwei weitere Leipziger Verteidiger ab und drehte das Spiel. Zuvor hatte Nadiem Amiri per Foulelfmeter in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit die Leipziger Führung durch Conrad Harder ausgeglichen.

Der Strafstoß, wie schon auf St. Pauli von Nationalspieler Raum verursacht war durchaus umstritten, der Ausgleich an sich aber keinesfalls unverdient. In den ersten 60 Minuten, meinte Trainer Ole Werner, sei seine Mannschaft „überhaupt nicht auf dem Platz“ gewesen. Als man dann das Spiel aktiver gestaltete, ließ man die Effizienz bei den wenigen Chancen vermissen.

Für Werner geht es nun an die Aufarbeitung. Der Coach muss schleunigst die Wende schaffen. Andernfalls braucht man von der Qualifikation für die Champions League in Leipzig nicht mehr lange reden. Die Baustellen sind offenbar vielzählig. „Ich glaube gar nicht, dass es dann nur den einen Punkt gibt, sondern dass es dann tatsächlich diese Vielzahl an Punkten ist“, sagte der Trainer.

Auffällig ist als Beispiel der Umgang mit Rückständen. Lag Leipzig in dieser Saison einmal hinten, standen am Ende eines Spiels immer null Punkte. Die Mannschaft verliert dann oft die Linie, lässt es an Klarheit vermissen. Das Spiel gegen Mainz war das beste Beispiel dafür.

Dass neues Personal dazu kommt, ist unwahrscheinlich. Am Montag schließt das Transferfenster, und ein Schnellschuss bahnt sich aktuell nicht an. Dafür dürfte zeitnah offiziell werden, ob Xaver Schlager seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag verlängert oder nicht. Die Zeichen deuten aktuell recht klar auf einen Abgang des Mittelfeldspielers hin.DPA

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