Die Münchner um Kimmich haderten immer wieder mit Entscheidungen des Unparteiischen. © Brandt/dpa
Hamburg – Die Bayern waren nach dem 2:2-Remis beim HSV richtig sauer. Zu viele Entscheidungen seien laut den Münchnern in Richtung der Hamburger gegangen, speziell der Elfer für den HSV und ein nicht gegebener Strafstoß für den FCB machten den Rekordmeister wütend: „Das war ein Schiedsrichter, der etwas überfordert war aus meiner Sicht, der viele Situationen nicht gut eingeschätzt hat“, gab sich Sportvorstand Max Eberl noch vergleichsweise diplomatisch.
Deutlicher wurde Josip Stanisic, der den Referee im Nachgang der Partie als „katastrophal“ bezeichnete, Harry Kane schimpfte außerdem: „The worst I‘ve ever met in football.“ (Auf deutsch: Der Schlechteste, den ich je im Fußball getroffen habe). Ob der Frust nun berechtigt war oder nicht, es war deutlich zu merken, dass die Partie mit zunehmendem Spielverlauf dem Unparteiischen Harm Osmers aus den Händen glitt. So sah es auch Manuel Neuer: „Wenn der Schiedsrichter nach dem Spiel ein Thema ist, dann ist es nie ein gutes Zeichen.“
Doch mit dem Schiri-Frust sind die Münchner an diesem Wochenende nicht allein. Marius Wolf kritisierte nach einem zweifelhaften Elfmeter beim Duell zwischen Augsburg und St. Pauli nicht nur die Entscheidung auf Strafstoß, sondern auch die kaum mögliche Kommunikation mit den Unparteiischen: „Die lassen ja nicht mit sich reden. Wir dürfen ja auch nicht mehr reden, was eine Frechheit ist.“ Wolf hatte zuvor im Strafraum sauber per Grätsche geklärt. Weil er anschließend St. Paulis Saliakas am Knöchel traf, gab es trotzdem Strafstoß – und keine Korrektur vom VAR. Daher regte sich auch TV-Experte Erik Meijer auf: „Bullshit! Das macht meinen Sport kaputt und unglaubwürdig.“
Und auch zwischen Leipzig und Mainz sorgte eine Elfer-Entscheidung bei David Raum für Frust: „Er pfeift sofort, da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden“, sagte der Nationalspieler. Die Diskussionen zeigen, dass die Liga aktuell ein Schiedsrichter-Problem hat: Zu viele Fehlentscheidungen sorgen für Ärger, zu oft funktioniert die Kommunikation mit dem VAR nicht – und sorgt für Frust bei Fans und Vereinen.VINZENT TSCHIRPKE