Karl Geiger © Pförtner/DPA
Willingen – Mit einem lange vermissten Gefühl schieren Skispringer-Glückes schwebte Karl Geiger in Richtung Siegerpodest, die Teamkollegen und 22.000 Fans an der Mühlenkopfschanze klatschten begeistert Beifall: Kurz vor Olympia ist das große DSV-Sorgenkind mit einem grandiosen dritten Platz in Willingen furios aus der Krise geflogen. Dass sich Geiger gar nicht für die Winterspiele ab der kommenden Woche qualifiziert hat, war ihm an diesem Samstagnachmittag schnurzpiepegal.
„Das hat richtig Spaß gemacht in der Luft, da musste ich mich einfach richtig freuen“, sagte Geiger freudestrahlend im ZDF. Weil neben dem Routinier in Felix Hoffmann (4.) und Andreas Wellinger (6.) zwei Olympiafahrer sechs Tage vor der Eröffnungsfeier in Norditalien beim neuerlichen Triumph von Domen Prevc weit vorne mitmischten, war die Stimmung im deutschen Team euphorisch wie lange nicht mehr.
„Die Jungs haben das brillant gemacht“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, der sich besonders für Geiger freute: „Er hat sich das heute wirklich verdient.“ Der Oberstdorfer hatte wochenlang der Olympia-Norm nachgejagt, war dabei phasenweise nicht konkurrenzfähig gewesen – aber Geiger steckte nie auf.
Auch am Sonntag legten die DSV-Adler nach. „Das war ein geiles Wochenende!“, sprach der zweimalige Olympiasieger Wellinger dem gesamten Team aus der Seele. Und auch Bundestrainer Stefan Horngacher atmete nach dem besten Wettkampf seit Wochen tief durch: „Das ist enorm wichtig gewesen, für uns und alle, die im Hintergrund schuften.“
Als Krönung einer starken Generalprobe flog am Sonntag der zuletzt hadernde Raimund zum ersten Mal seit Mitte Dezember aufs Podium und stellte im ZDF fest: „Willingen war echt schön für uns.“ Topfavorit auf die olympischen Goldmedaillen bleibt allerdings Seriensieger Prevc. DPA