Olympia im TV: Bild in Bild und parallele Streams

von Redaktion

Was Öffentlich-Rechtliche, Eurosport und ein Newcomer aus den USA in die deutschen Wohnzimmer bringen

Keine Spiele ohne Alt-Kommentator Sigi Heinrich bei Eurosport. © Eurosport

Denise Herrmann-Wick ist Biathlon-Expertin beim ZDF. © ZDF/Floeder

München – Ciao Olympia! Die Winterspiele sind zurück in Europa. Zum ersten Mal seit Turin 2006 werden die Medaillen rund um Mailand und Cortina wieder in den Alpen vergeben – und damit zur besten deutschen Sendezeit. Das nutzen ARD, ZDF und Eurosport für ein Sportspektakel mit täglich bis zu 16 Stunden Live-Übertragungen. Los geht’s auf den drei Sendern morgens zwischen 8 und 9 Uhr, Schluss ist kurz vor Mitternacht. Dazu gibt es 700 Stunden Livestreams allein in den Mediatheken der Öffis. Olympia-Premiere feiert der Streamingdienst HBO Max, der lückenlos jeden einzelnen Wettbewerb (und sogar Trainingsläufe) übertragen will.

– ARD: Hier beginnt Olympia 2026 so richtig, mit der Eröffnungsfeier am Freitagabend ab 19.50 Uhr. Dafür muss sogar die Tagesschau weichen. Neben Tom Bartels kommentiert aus dem San Siro in Mailand Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Er will sich nach eigener Aussage als „halbitalienischer Sidekick“ schlaue Gedanken machen. Wenn’s danach am Wochenende so richtig losgeht, dürfte das Winter-Flair im Olympiastudio von ARD und ZDF etwas fehlen. Denn es steht für beide Sender, die sich wie gewohnt täglich abwechseln, im ZDF-Zentrum in Mainz. Lerchenberg statt Alpenberg. Das spart Geld – sorgt aber dafür, dass am Abend keine frischgebackenen Olympiasieger auf der Couch sitzen. Schade!

Als Gastgeber wechseln sich im Ersten Esther Sedlaczek und Stephanie Müller-Spirra ab. Beide moderieren erstmals bei Winter-Olympia, was Müller-Spirra „einfach absurd schön“ findet. Ebenfalls am Start sind die Top-Wintersport-Experten der ARD, von Felix Neureuther über Sven Hannawald bis Katarina Witt. In den Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen laufen jeweils bis zu sieben Livestreams parallel, dazu gibt es Wiederholungen und Zusammenfassungen. Neu ist eine „Bild in Bild“-Funktion, mit der sich noch mehr Wettbewerbe parallel verfolgen lassen. Das Olympia-Motto im Ersten kommt von den Sportfreunden Stiller: „Ti amo, Italiano!“

– ZDF: Hier gibt es den Olympia-Frühstart bereits am Donnerstag ab 12 Uhr mit dem Eröffnungsspiel der Eishockey-Frauen Deutschland – Schweden. Ansonsten gilt: Gleiches Studio und gleiche Sendezeiten wie in der ARD, aber anderes Personal. Jochen Breyer und Katrin Müller-Hohenstein moderieren – wobei KMH trotz Standort Mainz italienisches Flair verspricht, quasi „Olympia-Cappuccino“. Auch hier gibt es starke Experten, von den Olympiasiegern Denise Herrmann-Wick beim Biathlon und Severin Freund beim Skispringen bis zu Alpin-Auskenner Marco Büchel.

– Eurosport: Beim „Home of the Olympics“ erklären 22 Olympiasieger die Spiele, von Martin Schmitt über Natalie Geisenberger bis zu Vicky Rebensburg oder Michael Rösch. Und die Frage „Wo ist Behle?“ lässt sich leicht beantworten: Er ist Langlauf-Experte bei Eurosport. Hier dürfte es mehr Alpen-Flair als bei den Öffis geben, dank eines zweistöckigen Studios mitten in Cortina.

Das Programm reicht von der täglichen Morgenshow „CiaOlympia“ bis zur Abendzusammenfassung „Forza FaBi“ mit Fabian Hambüchen. Ebenfalls dabei sind Moderatorin Birgit Nössing und Kult-Kommentator Sigi Heinrich. Eurosport 1 ist nach wie vor frei empfangbar.

– Discovery+ und HBO Max: Wer nichts verpassen will, liegt bei den beiden Streamingdiensten richtig, die wie Eurosport zum US-Medienriesen Warner Bros. Discovery gehören. Beide wollen für echte Wintersport-Nerds jeden Wettbewerb live übertragen. Die Abos lassen sich unter discoveryplus.com und hbomax.com buchen. Bei Discovery geht es mit Werbung ab 4,99 Euro im Monat los, bei HBO ab 5,99 Euro. Wer bereits RTL+ abonniert hat, muss im Kombi-Abo für 9,99 Euro nur einen Euro für HBO Max drauflegen.

Das Top-Abo HBO Max Premium liefert für 16,99 Euro vier parallele Streams und den 3D-Sound Dolby Atmos. Leider gibt es auch hier, wie auf allen Olympia-Sendern, keine superscharfen 4K-Bilder. JÖRG HEINRICH

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