Dieser Löwen-Traum könnte in der Zukunft Realität werden: Ein umgebautes und modernisiertes Grünwalder Stadion mitten n Giesing. © KI
Logen und Business Seats soll es im neuen Grünwalder Stadion zu Genüge geben. © KI
München – Am 8. März stehen die Kommunalwahlen in Bayern an. Was das mit 1860 zu tun hat? Ganz einfach: Nicht wenige Fans im Löwenlager befürchten, dass die Bemühungen der Politik, eine Zukunftslösung für das Grünwalder Stadion zu finden, nach den Wahlen wieder einschlafen könnten. Gegen Aachen (2:2) war auf Plakaten in der Westkurve zu lesen: „Landeshauptstadt München: In Giesing holt ihr eure Bürger ab“, „Endlich Taten statt leere Versprechungen“ oder „Keine weitere Wahlperiode Stillstand“.
69 Stunden später veröffentlichte der e. V. eine Pressemitteilung, um über weitere Fortschritte in Sachen Grünwalder Stadion zu informieren. Endgültig Klarheit über die Möglichkeiten in Giesing soll (wieder einmal) eine Machbarkeitsstudie schaffen. Beauftragt wurde damit ein „international renommiertes Unternehmen mit maßgeschneidertem Expertenteam für 1860“. Es habe „große Erfahrungen mit dem Um- und Ausbau von Sportstätten in urbanen Gebieten“ vorzuweisen.
Die Kernelemente der Studie lesen sich vielversprechend aus Löwen-Sicht: Erhöhung der Stadionkapazität auf mindestens 25 000 Zuschauer mit Überdachung für alle Tribünen sowie geschlossene Ecken, Erfüllung der Anforderungen der DFL-Wettbewerbe (idealerweise UEFA-Kategorie 4), Planung und Integration moderner Hospitality- und Werbeflächen sowie Einbindung von Fanshops, gastronomischer Angebote und flexibler Eventflächen. Bedeutet: Im Idealfall wäre in Giesing sogar Erstligafußball möglich, wenn die Bagger eines Tages wieder abrücken.
Ein weiterer Konfliktpunkt ist der Lärmschutz. Ein Stadion mitten in der Stadt bringt direkte Anwohner mit sich, die möglichst ungestört bleiben möchten. Dazu hat die kürzlich ins Leben gerufene Stadionkommission ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Studie laufe zwar noch, doch es sei abzusehen, dass „sogar bei einer höheren Kapazität als 25 000 Plätzen bei Rundum-Vollüberdachung und unter Verwendung schallabsorbierender Baumittel die Lärmemissionen für die Anwohner nicht negativ von den derzeitigen Werten abweichen dürften“.
Auch die Stadtspitze Münchens sieht die jüngsten Entwicklungen positiv: „In den vergangenen Monaten wurde gemeinsam mit 1860 München, den zuständigen Referaten der Landeshauptstadt und weiteren Beteiligten intensiv an diesem Projekt gearbeitet. Ich freue mich sehr, dass sich dieses Engagement nun in einem konkreten Fortschritt widerspiegelt“, erklärt Sportbürgermeisterin Verena Dietl. Löwen-Präsident Gernot Mag betonte, er sei „zuversichtlich“, was den Erfolg der Studie angeht.
Im Frühsommer sollen die Ergebnisse vorliegen. Spätestens dann muss das weitere Vorgehen geklärt werden. In großen Lettern war dazu gegen Aachen auf der Stehhalle zu lesen: „Mit Erbpacht und Mut wird’s Sechzger gut.“ Die Erbpacht-Lösung wäre offensichtlich eine Win-Win-Situation für Stadt und Verein. Kleiner Haken bei der angestrebten Wunschlösung: Wer finanziert den Spaß?MARCO BLANCO UCLES