KOMMENTAR

Stärke? Schwäche? Ziel erreicht!

von Redaktion

Die Sache ist schon oft gutgegangen. Philipp Lahm im Jahr 2008, Joshua Kimmich im Jahr 2025: Manchmal kann es hilfreich sein, in einem zähen Verhandlungspoker ein Zeichen zu setzen. Und der Kniff hat auch bei Dayot Upamecano funktioniert. Angebot zurückgezogen, Deal trotzdem durch. Unter dem Strich steht die Beurteilung „Ziel erreicht“. Und trotzdem gehen die Meinungen darüber, ob die Bayern-Bosse gestärkt oder geschwächt aus dem Poker herausgehen, weit auseinander.

Wenig überraschend gehört Didi Hamann jener Fraktion an, die den Fall negativ beurteilen. Sein Ansatz ist plausibel. Ein Jahr lang haben sich Max Eberl und Co. für ihren Abwehrchef in alle Richtungen gestreckt. Nun ein eigentlich nicht mehr auf dem Tisch liegendes Angebot nach Verstreichen einer angekündigten Frist doch zu denselben Konditionen unterschreiben zu lassen, ist kein „Armutszeugnis“ (Hamann), aber auch nicht unbedingt eine stringente Linie. Man hätte die Muskeln schon anders spielen lassen können. So, dass das Zeichen sowohl in der Kabine als auch in der Berater-Welt dieser irrwitzigen Branche ankommt, in der es zugeht wie auf dem Basar. Ein paar Milliönchen weniger als Antwort auf all die Spielchen der Gegenseite wären immer noch genug gewesen – und hätten allen gezeigt, was in der Fußball-Blase immer wichtiger wird: Nicht! Mit! Uns!

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